Händler sehen aber keine Trendwende
EM.TV zieht Medienwerte nach oben

Am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse haben die Anleger am Donnerstag Kursgewinne verbuchen können. Vor allem Medienwerte wurden von EM.TV mit nach oben gezogen.

dpa-afx FRANKFURT. Die Aktie des Rechtehändlers hatte nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen des ersten Quartals einen Kurssprung von 47,18 Prozent auf 4,43 Euro vollzogen. Der Nemax 50 verbesserte sich um 6,05 Prozent auf 1.130,73 Punkte. Der Nemax All Share legte 3,05 Prozent auf 1.180,99 Zähler zu.

"Was wir momentan sehen, sind Vorschusslorbeeren," sagte ein Händler. "So lange EM.TV nicht beweist, dass das Unternehmen die Wende schaffen kann, wäre ich auf diesem Kursniveau vorsichtig." Schließlich habe sich der Aktienkurs in den letzten Tagen bereits verdoppelt. Ein anderer Händler hielt dagegen einen weiteren Kursanstieg auf 5 oder 6 Euro für möglich. Die Anleger hoffen seiner Ansicht nach darauf, ihre Einstiegskurse wieder zu erreichen. Deshalb werde jetzt nicht viel verkauft. "Das einzig Positive ist, dass Herr Haffa gegangen ist," sagte ein weiterer Marktteilnehmer. Bei dieser Zockerei werde es zu keiner nachhaltigen Kurssteigerung kommen, fügte er hinzu.

Im Gefolge von EM.TV stiegen RTV Family Entertainment 84,96 Prozent auf 2,09 Euro, Constantin Film 18,38 Prozent auf 11,72 Euro und Senator Entertainment 18,33 Prozent auf 4,26 Euro.

"Es ist noch zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen," sagte ein Händler. "Es hat sich ja nichts großartig geändert." Ein anderer zeigte sich optimistisch. Die Anleger seien offenbar der Ansicht, dass man am Neuen Markt doch noch Geld verdienen könne. "Als der Index bei 9 000 Punkten gestanden hat, waren sich alle ganz sicher, dass er 10 000 oder sogar 12 000 Punkte erreichen würde," erklärte er. Dann sei es nur noch bergab gegangen. Vor einer Woche seien sich alle noch ganz sicher gewesen, dass der Index dreistellig notieren würde. "Wir haben die Schreckenstage hinter uns," sagte der Händler.

SCM Microsystems waren ein weiterer Tagesgewinner. Der Chipkarten-Hersteller hatte seine Quartalsbilanz vorgelegt. "Mit diesen Zahlen hat SCM zum ersten Mal seit einem Jahr nicht enttäuscht", sagte Adrian Hopkinson, Analyst bei der WestLB Panmure. Allerdings bleibe der Ausblick auf das laufende Quartal wegen der Unsicherheiten der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA mit Unwägbarkeiten belastet. SCM stiegen 27,62 Prozent auf 10,49 Euro.

Auf der Verliererseite fanden sich Broadvision . Der E-Commerce-Softwarehersteller setzte im zweiten Quartal 2001 weniger um, weitete den Verlust gegenüber dem Vorquartal aber aus. Nun will das Unternehmen mit der weiteren Entlassung von 15 bis 20 Prozent seines Personals und Büroschließungen auf die Absatzkrise reagieren. Broadvision verloren 0,88 Prozent auf 3,37 Euro.

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