Händler sehen in US-Zinssenkung zuverlässige Triebfeder
Neuer Markt beendet Handel deutlich schwächer

Nach den jüngsten Kursaufschlägen am Neuen Markt vom Wochenanfang haben die Anleger ihre Aktien am Dienstag wieder verkauft. Das hat den Nemax 50 bis Handelsschluss um 1,94 % ins Minus gedrückt. Der Index für die 50 größten Wachstumswerte stand damit am Abend bei 1 088,68 Punkten.

dpa-afx FRANKFURT. Auch der breite Markt gab nach: Der alle Werte am Neuen Markt umfassende Nemax-All-Share verlor 1,39 % auf 1 069,29 Zähler.

Noch am Morgen hatte der Neue Markt die freundliche Tendenz vom Vortag fortgesetzt. Dazu hatten nicht zuletzt die Unternehmenszahlen des US-Netzwerkausrüsters Cisco beigetragen, die über den Erwartungen der Analysten gelegen hatten.

"Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank geht es nun wieder einen Tick runter", sagte ein Düsseldorfer Händler. Hierfür seien Gewinnmitnahmen und die herrschende Unsicherheit vor der US-Zinsentscheidung verantwortlich. Eine Senkung der US-Leitzinsen sei auch für die Kurse in Deutschland wieder eine zuverlässige Triebfeder.

Die Aktien von T-Online konnten nur kurzfristig von ihrer Bilanz für das dritte Jahresquartal profitieren. Zunächst stieg der Titel auf ein Tageshoch von 10,93 Euro, gab aber bis Börsenschluss 2,5 Prozent auf 10,14 Euro ab. Das Internetportal hatte die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Analyst Theo Kitz von Merck, Finck & Co. hob positiv hervor, dass die Kundenzahl bei der verlustbringenden Schmalband-Flatrate schneller sinke als erwartet.

Indessen bestätigte die Deutsche Bank die Aktie mit "Buy". Für die Investmentbank JP Morgan ist T-Online nach wie vor ein "Market Performer". Merrill Lynch stufte den Titel mittelfristig allerdings herunter.

SAP SI trotzten dem negativen Umfeld und gehörten mit plus 2,36 Prozent auf 21,70 Euro zu den größten Gewinnern im Nemax 50. Der Titel profitiere vom "Cisco-Effekt" und außerdem von der Neuausrichtung der Konzernmutter SAP , sagte Michael Rudolph, Händler bei der niederländischen Großbank ABN Amro. Das Softwarehaus aus Walldorf wolle nämlich seine Produkte neu sortieren und über das Internet verkaufen.

Die Papiere des angeschlagenen Multimedia-Unternehmens Metabox verloren 10,78 Prozent auf 0,91 Euro. "Wie gewonnen so zerronnen", sagte ein Händler in Frankfurt: "Das sind ganz klar Gewinnmitnahmen". Am Vortag waren Metabox zum Handelsschluss um 59,38 Prozent auf 1,02 Euro hochgeschossen und hatten zwischenzeitlich 1,12 Euro gekostet. Metabox hatte am Vorabend seinen Insolvenzantrag zurückgezogen, nachdem das Wirtschaftsministerium Niedersachsen dem Unternehmen eine Landesbürgschaft in Aussicht gestellt hatte.

Die Papiere des Schweizer Softwareunternehmens Fantastic Corporation fielen um 3,64 Prozent auf 0,53 Euro. Das Unternehmen hatte am Morgen mitgeteilt, dass es im dritten Quartal einen Verlust von 6,86 Millionen US-Dollar erwirtschaftet habe, während der Umsatz lediglich 2,07 Millionen betragen habe.

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