Händler sehen Lösung für Irak
Wall Street geht fester ins Wochenende

Die US-Aktienmärkte haben nach mehrfachem Auf und Ab der Kurse am Freitag im Plus geschlossen. Berichte über die angebliche Festnahme von zwei Söhnen von Osama bin Laden verbesserten die Stimmung am Markt. Der Standardwerte-Index Dow Jones notierte zum Handelsschluss 0,9 Prozent im Plus auf rund 7 740 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Index lag 0,18 Prozent höher auf 1 305 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,8 Prozent auf rund 829 Punkte.

Reuters NEW YORK. Die Nachricht, dass die USA und Großbritannien der irakischen Regierung noch eine letzte Frist von zehn Tagen einräumen, lasse eine Lösung des Konflikts näher rücken. Der Dollar erholte sich etwas von seinen Verlusten, während der Ölpreis deutlich zulegte. Auf den Bericht von Uno-Waffeninspekteur Hans Blix vor dem Uno-Sicherheitsrat hätten die Aktienkurse dagegen kaum reagiert.

Bei einer Militäraktion in Afghanistan wurden nach pakistanischen Angaben zwei Söhne des Moslem-Extremisten Osama bin Laden verletzt und möglicherweise auch festgenommen. "Wir haben Informationen darüber, dass zwei Söhne von Osama Bin Laden verletzt wurden", sagte der Innenminister der westpakistanischen Provinz Baluchistan der Nachrichtenagentur Reuters.

"Der Markt hat sich deutlich gedreht. Heute gibt es viele Gegenströmungen", sagte David Memmott, Leiter Aktienhandel bei Morgan Stanley. "Die Anleger haben das Gefühl, dass wir uns einer Festnahme bin Ladens nähern, aber ich weiß nicht, welche Rolle seine Söhne in seinem gesamten Terrornetzwerk spielen. Es gibt auch noch viele Probleme mit der Konjunktur, die die Investoren beunruhigen", fügte er hinzu.

Der neue Bericht von Chef-Waffeninspektor Blix über die Zusammenarbeit Iraks mit den Waffeninspektoren hatte dagegen nach Händlerangaben keine spürbaren Auswirkungen auf die Kurse. "Es gab keine Überraschung in der Rede von Blix, nur mehr Einzelheiten", sagte Valerie Plagnol, Chefstrategin von CIC in Paris. Ein anderer Aktienexperte sagte, die Rede von Blix liefere sowohl den Befürwortern als auch den Gegnern eines Krieges Argumente. Blix hatte Irak Fortschritte bei der Kooperation mit den Waffeninspektoren attestiert, zugleich aber Kritik am Umfang der Kooperation geäußert.

Der Ölpreis legte am Freitag deutlich zu, nachdem der britische Außenminister Jack Straw im Sicherheitsrat einen neuen Entwurf für eine Uno-Resolution präsentiert hatte. Darin wird Irak eine letzte Frist zur vollständigen Abrüstung bis zum 17. März eingeräumt. Am US-Markt stieg der Preis für Rohöl im späten Handel um 78 Cent auf 37,78 Dollar pro Barrel. Der Dollar erholte sich etwas von seinen Verlusten.

Händler sagten, schwache Konjunkturdaten hätten an den Aktienmärkten zu den Verlusten im frühen Geschäft beigetragen. Vor Börseneröffnung hatte das US-Arbeitsministerium mitgeteilt, die Zahl der Beschäftigten habe in den USA im Februar den stärksten Rückgang seit November 2001 verzeichnet. Analysten hatten demgegenüber einen Anstieg der Stellenzahl vorausgesagt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,37 Milliarden Aktien den Besitzer. 1 792 Werte legten zu, 1 449 gaben nach und 191 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,42 Milliarden Aktien 1 476 im Plus, 1 664 im Minus und acht unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 7/32 auf 102-1/32. Sie rentierten mit 3,63 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 12/32 auf 110-26/32 und hatten eine Rendite von 4,68 Prozent.

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