Händler sehen technisch bedingte Gegenbewegung
Mobilcom nach jüngsten Verlusten etwas erholt

Nach den zuletzt kräftigen Kursverlusten hat sich die Aktie der Telefongesellschaft Mobilcom am Freitag etwas erholt. Händler begründeten dies mit einer technisch bedingten Gegenbewegung.

Reuters FRANKFURT. Das am Neuen Markt notierte Papier verbuchte am Freitag Kurszuwächse von bis zu 15 % und lag am Nachmittag mit 36,49 Euro noch 7,3 % über seinem Vortagesschluss. In den vergangenen Tagen hatten Spekulationen über finanzielle Probleme von Mobilcom einen Kursrutsch auf ein neues Jahrestief von 28,10 Euro ausgelöst. Vorstandschef Gerhard Schmid betonte erneut, sein Unternehmen habe keine Liquiditätsprobleme.

Händler führten die Aufwärtsentwicklung der Mobilcom-Aktie darauf zurück, dass Investoren, die ihre Anlageentscheidung mit Hilfe technischer Analysen treffen, sich auf Grund von Kaufsignalen nun wieder bei dem Titel engagierten. Auch von "Schnäppchenjägern" war die Rede, die das Papier zu dem niedrigen Preis kauften. Fundamentale Neuigkeiten über die Aktie gebe es nicht. Die Titel waren am Donnerstag auf ein Jahrestief von 28,10 Euro gefallen. Mitte März hatten die Papiere noch für 210 Euro den Besitzer gewechselt.

Schmid sprach im NDR erneut von ungerechtfertigten Vermutungen über sein Unternehmen. "Wir sind sauber finanziert. Wir haben einen hohen Liquiditätsstand. Ich verstehe gar nicht, warum solche Dinge im Markt sind. Wahrscheinlich hat sich wieder irgendein Börsenbrief möglichst markschreierisch profilieren wollen", sagte Schmid. Schmid bekräftigte frühere Äußerungen, denen zufolge die zur Finanzierung der knapp 16,4 Mrd. DM teueren UMTS-Lizenz nötigen Kredite bis 2002 gesichert seien. Dafür hatte ein Bankenkonsortium bestehend aus Merril Llynch, Deutscher Bank, der französischen Societe Generale und der niederländischen ABN Amro Mobilcom eine "Brückenfinanzierung" über 9,1 Mrd. DM bereitgestellt. "Meinen Sie tatsächlich, die Banken würden uns neun Mrd. auf den Tisch legen einfach so, ohne sich über den Markt und über die Möglichkeiten Gedanken gemacht zu haben?", sagte Schmidt. Weitere 7,4 Miliarden Mark hat die mit 28,5 % an Mobilcom beteiligte France Telecom zur Verfügung gestellt.

Für die Zeit nach 2002 verwies Schmid darauf, dass France Telecom die Option besitze, die Mehrheit an Mobilcom zu übernehmen. "Dadurch würde dann ohnehin die langfristige Finanzierung im Rahmen der gesamten Gruppe erfolgen." Daneben habe Mobilcom in zwei Jahren sehr viel bessere Möglichkeiten, sich langfristig zu refinanzieren, weil sich das geplante UMTS-Netz dann im Aufbau befinde, sagte Schmid.

Die Gewinnschwelle kündigte Schmid für das "fünfte Jahr des Netzbetriebs" an. Dies wäre angesichts einer auf 20 Jahre angelegten Nutzung der Lizenz "ein ganz ansehnlicher Wert", sagte der Mobilcom-Chef. Im September hatte Finanzchef Thorsten Grenz für 2007 einen Jahresüberschuss angekündigt und für 2005 das Erreichen eines positiven Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibung (Ebitda) in Aussicht gestellt.

Schmids Argumentation war zuletzt auch erneut von den Kredit gebenden Banken unterstützt worden. Ein Mitarbeiter einer der Hauptgläubigerbanken hatte kürzlich gesagt, die Finanzierung der UMTS-Lizenz bis zur Fälligkeit des Kredits 2002 sei gesichert. Analysten hatten sich davon überzeugt gezeigt, dass die Gerüchte über Finanzierungsprobleme haltlos seien. Dass es ungeachtet dessen zu einem regelrechten Kurseinbruch der Mobilcom-Aktie gekommen war, hatten Börsianer mit der anhaltenden Verunsicherung der Anleger am Neuen Markt begründet.

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