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Händler: Stimmung am Neuen Markt schlechter als die Lage

Das Neue Markt Segment Nemax 50 befindet sich auch am Donnerstag im freien Fall zu neuen Tiefstständen. Händler und Analysten schätzen die Lage jedoch nicht grundsätzlich negativ ein.

bue HB DÜSSELDORF. Dem Markt fehle zur Zeit ein Eigenleben, sagte Commerzbank-Händlerin Kathia Wiedmann. Der Neue Markt sei ein Spielball der Nasdaq. So wie der Nemax 50 teste auch die Stimmung unter den Händlern immer neue Tiefstände. Sie persönlich habe das Jahr mit dem Gedanken begonnen: "Schlimmner kann es nicht kommen." Doch offensichtlich habe der Neue Markt im vergangenen Jahr zu viele Leichen hinterlassen. Epcos habe 30 Tage in Folge mit einer "schwarzen Kerze" geschlossen. "Da fehlen mir die Worte", erklärt Wiedmann. Das Vertrauen in das "Experiment Neuer Markt" sei dahin.

Auch Knut Woller von der Hypo-Vereinsbank sieht nicht verarbeitete Meldungen des vergangen Jahres als Hauptgrund für den anhaltenden Abwärtstrend der Kurse. Der Markt wartet auf die Bestätigungen der abgegebenen Wachstumsprognosen der Unternehmen.

"Dennoch", sagt Kathia Wiedmann, "die Stimmung ist schlechter als die eigentliche Lage." Was der Markt brauche, seien klare Signale. So könne der Markt mit steigenden Kursen ebenso umgehen, wie mit fallenden Kursen. Doch die Unberechenbarkeit bei Technologiewerten und der US-Wirtschaftslage sowie das langsame "Heruntergedattel" der Kurse verunsichere die Marktteilnehmer. Ein totaler Ausverkauf, den es am Neuen Markt bislang noch nicht gegeben habe, könne positive Signale setzen. Klare Orientierung und positive Effekte sieht Wiedmann auch in den am Donerstag in Kraft getretenen Regeländerungen am Neuen Markt. Dadurch könne das Vertrauen in das Marktsegment für Wachstumstitel langsam wieder hergestellt werden. Für die IPOs der Zukunft erwarte sie, dass nur noch Qualitätstitel in den Markt gebracht würden.

Mit der Änderung des Regelwerkes am Neuen Markt will die Deutsche Börse AG nach eigenen Angaben das zuletzt gesunkene Vertrauen der Investoren zurückgewinnen. Die neuen Regeln umfassen schärfere Vorgaben für den Verkauf von Anteilen durch das Management und den Aufsichtsrat sowie für Quartalsberichte. Es gelten auch härtere Sanktionsmechanismen bei Regelverstößen.

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