Händler warnen vor zu raschem Aufschwung.
Dax baut Gewinne deutlich aus

Die deutschen Aktienmärkte haben nach der freundlichen Eröffnung der US-Börsen am Donnerstag ihre feste Tendenz weiter ausgebaut und zum Vortag deutlich zugelegt. Dabei ragten in erster Linie Technologie- und zyklische Titel heraus, die stark an Wert gewannen.

Reuters FRANKFURT. Der Aufschwung dürfe allerdings nicht zu rasant erfolgen, sagte Aktienstratege Guiseppe Amato vom Handelshaus Lang & Schwarz. "Bei einem zu schnellen Aufschwung gibt es immer Skeptiker, die eine Korrektur erwarten und sich nicht in den Markt trauen." Händler hielten dagegen, es gebe noch viel Liquidität und mehrere unterinvestierte Fonds. Daher seien weiter steigende Kurse zu erwarten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) gewann bis zum späten Nachmittag 2,08 % auf 5 275 Punkte. Ohne Einfluss auf das Marktgeschehen blieb Händlern zufolge die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen erwartungsgemäß bei 3,25 % zu belassen.

Aktienstratege Amato warnte vor einem zu schnellen Anstieg der Aktienkurs zu Jahresbeginn. "Das wäre eine Übertreibung und ein typisches Zeichen für einen Bärenmarkt." Viele Aktien erreichten häufig bereits Ende Januar bis Mitte Februar ihre höchsten Stände des Jahres. Je langsamer der Aufschwung am Aktienmarkt erfolge, desto nachhaltiger sei er. "Da ist noch eine Menge Geld am Markt und viele Fonds sind weiter unterinvestiert, was uns in den nächsten Wochen noch einige Impulse nach oben geben könnte", ergänzte ein Aktienhändler einer Frankfurter Großbank.

Im Blickpunkt standen erneut die Technologie-Titel im Dax. Infineon legte fast sechs Prozent auf 26,15 Euro zu. Siemens und Epcos stiegen um rund vier Prozent. Die Technologiebranche profitiere von positiven Unternehmensnachrichten und verbesserten US-Konjunkturdaten, sagte Analyst Achim Matzke von der Commerzbank. Der aktuelle Infineon-Kurs spiegele die Hoffnung der Anleger auf eine Trendwende in der Branche wider, sagte Analyst Harald Schnitzer von DZ Asset Management. Am Vortag hatte der Chip-Hersteller Hynix Semiconductor angekündigt, die Preise für Speicherchips um durchschnittlich 30 % anzuheben.

Ein weiterer positiver Faktor sei der traditionelle Zufluss von frischem Kapital zu Jahresbeginn, sagte Fondsmanager Trudbert Merkel von Deka Investment. "Viele große Anleger sind noch nicht ausreichend im Markt", fügte Aktienhändler Knut Hochwald von der Hamburger Sparkasse hinzu. Dieser Effekt werde kommende Woche deutlicher hervortreten, wenn alle Anleger aus dem Urlaub zurück seien. Bis März könnte der Dax mit kleineren Konsolidierungsphasen auf 5 600 bis 5 800 Punkte steigen.

Lufthansa verteuerten sich um 2,9 % auf 15,82 Euro. Die Titel hätten kurzfristig weiteres Aufwärtspotenzial, sagte ein Marktteilnehmer. Eine Widerstandslinie bei 15,16 Euro habe der Titel durchbrochen, der nächste liege bei 15,90 Euro. Auch BMW profitieren von einer verbesserten Charttechnik und stiegen um 2 % auf 40,70 Euro. Deutsche Post verteuerten sich um 4,1 % auf 15,39 Euro. Der Kurs vollziehe offenbar mit einiger Verspätung die Entwicklung des Dax nach, hieß es. Falls die Aktie oberhalb der Widerstandsmarke von 15 Euro schließt, hat sie nach Ansicht eines Händlers Potenzial bis 16,30 Euro.

Eine Gewinnwarnung von Dow Chemical hat den Kurs von BASF am Donnerstagnachmittag kurzzeitig unter Druck gesetzt. Aktuell verteuern sich die Papiere aber um 2,2 % auf 43,17 Euro. "Die Warnung von Dow ist auch keine besonders negative Überraschung", sagte ein Analyst. Dass 2001 für BASF nicht besonders gut war, sei ohnehin klar. "Es wird zur Kenntnis genommen, dass jetzt auch ein anderes Unternehmen der Branche Probleme hat, aber eine Neubewertung der Herausforderungen für BASF ist damit nicht verbunden", sagte der Beobachter.

Deutlich zulegen konnten auch die Papiere von MAN (+5,33 %) und Preussag (+4,8 %). Volkswagen-Anteile stiegen um fast 2 % auf 52,43 Euro. In den USA hat der Automobilhersteller den Absatz im Dezember 2001 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,3 % gesteigert.

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