Händler warten auf Greenspan-Rede
Dax gibt weiter nach

Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich am Mittwochmittag schwach. Bis gegen 12.25 Uhr verliert der Dax 1,5 Prozent beziehungsweise 86 auf 5.761 Punkte, nachdem er im Verlauf bereits mehr als 100 Punkte verloren hatte.

vwd FRANKFURT. Die Stimmung im Handel ist nach Händler-Einschätzung grundsätzlich gar nicht so negativ, aber viele Investoren hätten sich in ihr Schicksal ergeben. Die Berichtssaison der Unternehmen werde noch richtige Impulse bringen, heißt es. Welcher Art, das werde sich zeigen. Im Vorfeld der Zahlen herrsche jedoch Verunsicherung, welche in Abstinenz einiger Teilnehmer münde. Zudem werde auf die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage durch Alan Greenspan gewartet. Von seiner Rede am Nachmittag erhofften sich viele Teilnehmer einen Hinweis auf die unmittelbare Zukunft der Zinsentwicklung.

Bisher liegen alle Dax-Branchen im Minus. Die deutschen Versorgerwerte zeigen sich gegenüber den europäischen mit Abschlägen um 0,9 Prozent relativ stark. Verantwortlich für den erneuten Rutsch der europäischen Energiewerte sei die anhaltende Ölpreisdiskussion. Die deutschen Versorger seien aber im europäischen Vergleich bei ihrer Konzentration noch nicht so weit fortgeschritten, insofern hätten sie hier noch Nachholbedarf.

Speziell bei Eon realisiere man nun die erheblichen Synergiepotenziale und wechsle aus europäischen Werten in den Dax-Titel. Hinzu kämen erhebliche Shorts der großen Hedgefonds, die die Kurse der Dax-Werte nach unten abgesichert erscheinen ließen, heißt es in Händlerkreisen. Eon verlieren trotzdem 0,9 Prozent auf 63,89 Euro. Der Technologiesektor verliert mit 1,6 Prozent am stärksten. Zwar seien die Zahlen von Intel und Apple über den Prognosen ausgefallen, aber im nachbörslichen US-Handelsgeschäft verloren beide Werte, sagte ein Händler. Offenbar hätten die Markterwartungen über denen der Analysten gelegen, hinzu komme der verhaltene Ausblick der Unternehmen.

Siemens führen die Verlierer im Dax an und verbilligen sich um 2,4 Prozent auf 60,19 Euro. Epcos notieren 1,5 Prozent niedriger bei 51,79 Euro, und SAP geben um 1,8 Prozent auf 145,70 Euro ab.

Bayer geben um 0,9 Prozent auf 44,16 Euro nach. Hierfür machen Händler die Äußerungen von Bayer-Vorstand Manfred Schneider in der Mittwochausgabe der "FAZ" verantwortlich. Schneider hatte in dem Interview gesagt, das für den Sektor erwartete Wachstum von acht bis zehn Prozent sei zu hoch angesetzt. Er halte ein Wachstum von sechs bis sieben Prozent für realistisch, und es sei mit sinkenden Margen auf Grund von Diskussionen über das Preisniveau von Arzneimitteln zu rechnen. Damit habe der Pharmabereich, der als wachstumsstarker und konjunkturunabhängiger "sicherer Hafen" angesehen wurde, nun an Attraktivität eingebüßt, sagte ein Händler.

Mit dem Automobilsektor weiten auch BMW die anfangs minimalen Verluste aus und notieren 0,9 Prozent leichter bei 39,21 Euro. Die Nachricht über das für Leipzig vorgesehene neue BMW-Werk sollte dabei keinen Einfluss auf den Aktienkurs haben, sagten Händler. Die grundsätzliche Entscheidung, ein neues Werk für die 3-er-Serie zu bauen, sei bereits lange bekannt gewesen, es sei lediglich noch um die Frage des Standortes gegangen.

Der M-Dax gibt um 0,7 Prozent bzw. 32 auf 4.642 Zähler nach. Hier zeigen sich Kamps nach den Halbjahreszahlen belastet und stürzen um 32 Prozent auf 7,25 Euro. Nach der Nachricht über den Tod der Firmengründerin fallen Beate Uhse um 4,7 Prozent auf 12,40 Euro.

Am Neuen Markt geben die Kurse etwas weniger nach; der Nemax-50-Index verliert 0,5 Prozent auf 1.147 Punkte. Der Rentenmarkt tendiert gut behauptet. Der Nasdaq-Future gibt ein Prozent ab, der Future auf den S&P-Index 0,8 Prozent. Für die Feinunze Gold wurden am Mittag zum Fixing in London 268,10 US-Dollar bezahlt.

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