Händler wollen aber nicht überstürzen
Afghanen tauschen Turbane gegen Wollkappen

Der Rückzug der Taliban-Miliz hat in vielen Teilen Afghanistans eine Renaissance in der Herrenmode ausgelöst.

afp PESHAWAR. Der Rückzug der Taliban-Miliz hat in vielen Teilen Afghanistans eine Renaissance in der Herrenmode ausgelöst: Der von den Taliban bevorzugte schwarze Turban ist out, die Wollkappe ohne Krempe, wie sie der ermordete Oppositionsführer Achmed Schah Massud stets trug, ist wieder im Kommen. "Turban-Tragen ist im Moment nicht besonders angesagt", meint der Stoffhändler Khawaja auf dem Qissakhwani-Basar in der pakistanischen Grenzstadt Peshawar. Der Schneider Shakoor Azam nebenan fertigt alle 20 bis 30 Minuten eine neue Wollkappe, Pakul genannt. "Neulich kam ein Afghane und kaufte fast 2000 Stück bei mir", erzählt er strahlend.

Der Händler Gul Dad Khan allerdings will nichts überstürzen: "Die Taliban halten immer noch einige Provinzen, und die Paschtunen mögen die Leute von der Nordallianz nicht." Zudem gebe es noch immer Pakistaner, die auf Seiten der Taliban in den Heiligen Krieg ziehen wollten. Gul Dad Khan jedenfall hält weiterhin Turbane auf Lager.



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