Händlerin: "Markt will die 1 000 Punkte sehen"
Neuer Markt: Schlussauktion führt zu Kurssturz

Der Frankfurter Neue Markt hat am Montag in der Schlussauktion der Aktien noch einmal kräftig nachgegeben. Zunächst sah es bei einer Berg- und Talfahrt im Schlepptau der US-Technologiebörse Nasdaq nach leichten Verlusten aus.

dpa-afx FRANKFURT. "Der Anstieg im Tagesverlauf wurde zum Ausstieg genutzt", sagte ein Händler. Die sogenannte Schlussauktion in den letzten Handelsminuten habe noch einmal kräftig auf die Kurse gedrückt. "Da hat sich eine Großbank um jeden Preis von einigen Aktien verabschiedet", sagte der Börsianer: "Der Preis hat da kaum mehr eine Rolle gespielt".

Der Nemax 50 notierte zum Handelsschluss nach einem Verlust von 3,26 Prozent bei 1 082,45 Stellen, nachdem er zuvor als Tageshoch 1 150 Zähler erklommen hatte. Der Nemax All Share verlor 1,65 Prozent Prozent auf 1 166,45 Punkte.

Damit bewies der Neue Markt wiederum seine Abhängigkeit von der US-Technologiebörse Nasdaq . Nachdem die Nasdaq deutlich gefallen war, fielen die deutschen Technologiewerte wieder zurück.

"Wenn die Kurse an der Nasdaq fallen, dann macht der Neue Markt dies doppelt und dreifach mit. Steigen die Aktien an der Wall Street fehlt hier allerdings der Mut", sagte ein Händler einer Großbank in Frankfurt auch im Hinblick auf Erfahrungen der vergangenen Wochen.

Die Nasdaq kämpfe mit der psychologisch wichtigen Unterstützung von 2 000 Punkten (minus 1,4 Prozent). "Wenn 2 000 Punkte deutlich unterschritten werden, dann sehen wir am Neuen Markt in ein paar Tagen die 1 000 Punkte", sagte der Händler. "Der Markt will die 1 000 Punkte sehen. Dort wäre eine Basis zum Einstieg gegeben, weil die Börsianer dann von einer Bodenbildung ausgehen", sagte eine Händlerin in München.

Nach Börsenschluss würden unter anderem die Quartalszahlen und Ausblicke von Amazon.com , Texas Instruments und der Telefongesellschaft AT&T die Richtung für den kommenden Tag bestimmen, hieß es.

Mit einem Umsatz von gut 38 000 Aktien im Xetra-Handel verlor der Kabelnetzbetreiber Primacom AG um 16,75 Prozent auf 5,12 Euro. Die Kursverluste der Comdirect von 12,66 Prozent auf 7,31 Euro ließen die Aktien auf ein neues Jahrestief fallen. Die Aktien der Online-Bank Consors gaben um 11,25 Prozent auf 12,31 Euro nach.

Im Tiefflug befanden sich auch die Papiere der CE Consumer Electronics . Der Chiphändler notierte nach einem Verlust von 11,69 Prozent auf 5,21 Euro - so tief wie noch nie in diesem Jahr. Im Schlepptau setzte die Aktie der ACG den Sinkflug auf ein Jahrestief bei 7,00 Euro fort. Auch eine gemeldete Vertriebsvereinbarung konnte den neuen Tiefstand nicht verhindern, obwohl die Aktie positiv in den Handel gestartet war.

Mit einem Kurssprung von 11,84 Prozent auf 11,71 Euro reagierten die Papiere der D.Logistics auf vorangegangene Wertverluste. Um zwischenzeitlich bis zu 11 Prozent sprangen die Aktie des Biotechnologie-Unternehmens Evotec an. Sie verteuerten sich durch Abgaben in den letzten Minuten bis Handelsschluss ohne Nachricht des Unternehmens um 6,13 Prozent auf 9,69 Euro.

Nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen sprangen die Aktien des Trickfilmproduzenten RTV Familiy Entertainment um 34,44 Prozent auf 1,21 Euro, nachdem das Unternehmen den Anlegern überzeugende Quartalszahlen geliefert hatte.

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