Händlernetz wird offenbar gestrafft
Chryslers Jeep-Werbung stößt auf Kritik

Mit dem Slogan "American Hero" - amerikanischer Held - will die Daimler-Chrysler AG ihren Jeep in Europa verkaufen. Die Werbekampagne ist schon länger geplant und sollte vor allem an die Rolle des Jeeps bei der Befreiung Europas im zweiten Weltkrieg anknüpfen. Auch nach den Terroranschlägen in New York und Washington will das Unternehmen an der Kampagne festhalten.

HB NEW YORK. Grund für die neue Werbekampagne ist der schleppende Verkauf in den USA. Chrysler will deshalb den Absatz der Jeeps im Ausland ankurbeln, um das schlechte Geschäft in den USA auszugleichen. Die einzelnen Länder werden die Kampagne zwar den lokalen Gegebenheiten anpassen dürfen, aber das Grundthema des amerikanischen Helden soll in allen Ländern beibehalten werden. Wie die europäischen Chrysler-Töchter darauf reagieren werden, ist noch unklar. Bei der Chrysler Deutschland GmbH sagte ein Firmensprecher: "Uns ist die Kampagne noch nicht vorgestellt worden.

James Schroer, der Vizepräsident für den internationalen Verkauf für Chrysler, sagte, er sehe keinen Grund, den Ansatz jetzt zu ändern. "Wir sind nicht schüchtern, dass die Marke amerikanisch ist", sagt er.

Werbe-Experten sind skeptisch: "Das ist ein ziemliches Risiko zu dieser Zeit", sagte Till Wagner, Vorstandsmitglied der deutschen Werbeagentur Jung von Matt gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Es ist entweder geschmacklos oder einfach zu nah an der Realität. Die Menschen werden glauben, dass sie das nach den Ereignissen entwickelt wurden."

Chrysler will die neue Werbekampagne im vierten Quartal starten und bis zum Jahr 2004 einen Marktanteil von 1 % erreichen. In den USA ist der Umsatz von Chrysler in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 11 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Analysten befürchten, dass die Autoverkäufe nach den Terroranschlägen weiter sinken.

Chrysler hat bereits einzelne Werbespots verändert, in denen ein Militärflugzeug neben einem Dodge Ram Pickup-Wagen in die Richtung einer Skyline flog. Auch den Spot, in dem ein Jeep durch ein Erdbeben und andere Naturkatastrophen fährt, wird Chrysler nicht mehr nutzen. In einem Spot musste sogar das World Trade Center im Hintergrund entfernt werden.

Nach Informationen des Wall Street Journals will Chrysler zudem die Läden von Dodge und Chrysler-Jeeps zusammenlegen. Bisher wurden die Dodge-Autos und Laster getrennt von den Jeeps verkauft. Die einzelnen Läden bringen derzeit nicht genug Gewinne, da sie vor allem unter der Konkurrenz von japanischen und koreanischen Herstellern leiden. Mit der Zusammenlegung der hauseigenen Marken will Chrysler verhindern, dass Händler Konkurrenzmarken mit ins Sortiment nehmen.

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