Häuser von Palästinensern in Jerusalem zerstört: Palästinensischer Extremist bei Explosion getötet

Häuser von Palästinensern in Jerusalem zerstört
Palästinensischer Extremist bei Explosion getötet

Ein militanter Palästinenserführer ist am Montag bei einer Explosion im Westjordanland getötet worden. Palästinensische Sicherheitkreise warfen Israel vor, hinter dem Anschlag zu stecken. Bei dem Toten handelt es sich um Raed Karmi, den Führer der radikalen Al-Aksa-Brigaden in Tulkarem.

ap JERUSALEM. Das israelische Regierungsmitglied Ephraim Sneh nannte Karmi einen "Terroristen der tödlichsten Sorte" und eine "tickende Bombe". Nach dem Vorfall ist die Sorge gewachsen, dass sich die Spirale der Gewalt wieder schneller drehen wird.

Karmi hatte zugegeben, in mehrere tödliche Anschläge auf Israelis verwickelt gewesen zu sein. Im vergangenen Jahr überlebte er knapp einen israelischen Raketenangriff auf sein Auto.

Nach Augenzeugenberichten hatte der 27-Jährige am Montag gerade sein Versteck in der Nähe des Friedhofs von Tulkarem verlassen, als ein Sprengsatz, der in einem Baum versteckt war, in die Luft flog. Karmis Anhänger trugen seinen Leichnam durch die Straßen und kündigten Rache an.

Israel hatte nach dem Versprechen des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafats vom 16. Dezember, künftig entschiedener gegen den Terrorismus vorzugehen, zunächst auf Anschläge auf Palästinenser verzichtet. In der Vergangenheit hatte das gezielte Töten von palästinensischen Extremisten häufig Vergeltungsakte zur Folge.

Unter dem Schutz hunderter Soldaten rissen israelische Bulldozer unterdessen in Jerusalem fünf neu erbaute Häuser von Palästinensern ab. Während der Zerstörungsaktion im besetzten arabischen Ostteil der Stadt am Montag kam es zu einem Handgemenge zwischen Bewohnern und Sicherheitskräften. Die israelischen Behörden begründeten den Abriss damit, die Häuser seien ohne Genehmigung gebaut worden. Die Palästinenser wenden dagegen ein, die Stadt schließe sie systematisch von Baugenehmigungen aus.

Die Stadtbehörden haben eingeräumt, dass die Regierung versucht, die palästinensische Bevölkerung in der Stadt zu begrenzen. Der arabische Ostteil von Jerusalem wurde 1967 von Israel im Sechs-Tage-Krieg eingenommen und ist seitdem besetzt. Die Palästinenser fordern den Ostteil als Hauptstadt eines eigenen Staates.

Der Abriss von palästinensischen Häusern im Westjordanland und im Gazastreifen soll dagegen nach Angaben des israelischen Außenministers Schimon Peres gestoppt werden. Ein entsprechender Beschluss sei in einem Treffen zwischen ihm, Ministerpräsident Ariel Scharon und Verteidigungsminister Binjamin Ben Elieser gefällt worden, erklärte Peres am Montag. Der Abriss dutzender Häuser in Rafah im Gazastreifen hatte in der vergangenen Woche eine stürmische Diskussion in der israelischen Öffentlichkeit entfacht. Durch die Zerstörungen wurden nach UN-Angaben mehrere hundert Palästinenser obdachlos.

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