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Haft für Berlusconi-Vertrauten wegen Mafia-Verstrickung

Einen Tag nach dem Freispruch für Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Mailänder Korruptionsprozess ist einer seiner engsten Vertrauten wegen Verstrickungen mit der Mafia zu neun Jahren Haft verurteilt worden.

dpa ROM/PALERMO. Einen Tag nach dem Freispruch für Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi im Mailänder Korruptionsprozess ist einer seiner engsten Vertrauten wegen Verstrickungen mit der Mafia zu neun Jahren Haft verurteilt worden.

Ein Gericht im sizilianischen Palermo sah es am Samstag als erwiesen an, dass Senator Marcello Dell'Utri in den 80er und 90er Jahren Verbindungen zur Mafia hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte Dell'Utri, den Berlusconi kürzlich in die Führung seiner Partei "Forza Italia" berief, als "Botschafter der Cosa-Nostra" im Berlusconi-Konzern Fininvest bezeichnet. Die Verteidigung streitet alles ab und will in die Berufung gehen.

Unterdessen wurde der Freispruch Berlusconis in Rom mit Zurückhaltung aufgenommen. Führende Oppositionspolitiker meinten, das Urteil müsse respektiert werden, und verzichteten auf Rücktrittsforderungen. Zeitungskommentatoren betonten, das Gericht habe in einem der Anklagepunkt lediglich auf Verjährung erkannt.

Das Urteil hinterlasse zwar einen "Fleck auf Berlusconis Weste", kommentierte das Berlusconi-kritische Blatt "La Repubblica" (Rom). Es gebe aber "weder Sieger, noch Besiegte". Die Linke müsse nun ihre Strategie aufgeben, den Regierungschef mit Hilfe der Gerichte aus dem Amt zu drängen.

Das Gericht in Mailand hatte am Freitagabend Berlusconi in einem Anklagepunkt wegen Richterbestechung in den 80er Jahren für nicht schuldig erklärt. In einem zweiten Anklagepunkt, in dem Berlusconi die Zahlung von Schmiergeld in Höhe von 434 000 Dollar an einen römischen Richter zur Last gelegt worden war, erkannten die Richter wegen Verjährung auf Freispruch. Gegen das Verjährungsurteil kündigte die Verteidigung Berufung an.

Noch im vergangenen Jahr hatte das Regierungslager versucht, den Prozess mit der Verabschiedung eines Immunitätsgesetzes zu Fall zu bringen. Das Verfassungsgericht hatte das Gesetz jedoch für ungültig erklärt. Gegen Berlusconi liefen in der Vergangenheit ein halbes Dutzend Prozesse, sie endeten mit Freispruch oder wurden eingestellt.

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