Haftprüfungstermin verschoben
Eishockey-Cracks drohen harten Strafen

Den Eisbären-Stars Yvon Corriveau und Brad Bergen drohen im Falle der Anklageerhebung wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung in Schweden jahrelange Haftstrafen. Staatsanwältin Pernilla Åström erklärte am Montag der dpa, bei einer etwaigen Anklageerhebung befinde man sich nach derzeitigem Ermittlungsstand auf der Grenze zwischen grober Vergewaltigung mit einem Strafmaß von 4 bis 10 Jahren und Vergewaltigung mit 2 bis 6 Jahren.

HB/dpa KRISTIANSTAD/BERLIN. Zumindest bis Dienstag müssen die Berliner Profis im Gewahrsam der schwedischen Polizei bleiben. Wie Pernilla Åström in Kristianstad am Montag weiter mitteilte, wurde die Entscheidung über die Verhängung von Untersuchungshaft um einen Tag verschoben. Als Grund gab sie an, dass die Anklagebehörde "noch weiteres Material" benötige. Die beiden Spieler waren am Samstag vorläufig festgenommen worden, nachdem sie von einer 20-jährigen Schwedin wegen Vergewaltigung angezeigt worden waren.

Bis spätestens Dienstag, 12.00 Uhr, soll nun die Entscheidung über einen Haftprüfungstermin oder eine etwaige Freilassung fallen. Der 36-jährige Kanadier Corriveau und der ein Jahr ältere Deutsch- Kanadier Bergen, der bereits 37 Länderspiele im Trikot der DEB- Auswahl bestritt, müssen nach schwedischem Gesetz spätestens vier Tage nach ihrer vorläufigen Festnahme einem Haftrichter vorgeführt werden.

Während sich das Berliner DEL-Team zum Wochenbeginn beim Training um Normalität bemühte, kämpften die Club-Anwälte im schwedischen Kristianstad um die Freilassung ihrer Stars. "Anklage ist durch den mittlerweile dritten mit der Angelegenheit befassten Staatsanwalt noch nicht erhoben worden", erklärte EHC-Sprecher Moritz Hillebrand. Die Spieler des vorjährigen DEL-Halbfinalisten hatten zuvor von der Vereinsführung einen "Maulkorb" erhalten und enthielten sich am Rande des eineinhalbstündigen Trainings im Wellblechpalast jeglichen Kommentars zu den Vorfällen. Bei der Übungseinheit am Vormittag anwesend waren auch jene fünf Akteure, gegen die von der schwedischen Justiz ebenfalls weiter ermittelt wird.

Die Anklägerin wollte im Gegensatz zu mehreren Polizei- und Justizsprechern keine Aussage über die Absicherung der von der Frau vorgebrachten Vorwürfe machen. Sie meinte zu dem Faktum, dass nach der Anzeige der Frau zunächst fünf Spieler fast einen ganzen Tag als Hauptverdächtige galten und danach zwei andere festgenommen wurden: "Das ist nicht in meiner Verantwortung geschehen." Stockholmer Zeitungen berichteten am Montag, dass die fünf inzwischen nach Berlin zurückgekehrten Spielern möglicherweise wegen unterlassener Hilfeleistung als Augenzeugen einer Vergewaltigung belangt würden.

Die Frau soll mit Corriveau, der in Berlin als Publikumsliebling gilt und 309 Spiele in der NHL bestritten hat, und Bergen in der Nacht auf Samstag im Taxi ins Mannschaftshotel gefahren und dort in einem Zimmer vergewaltigt worden sein. Beide Familienväter bestreiten den Vorwurf sexueller Gewalt. "Mein Mandant leugnet die Anschuldigungen. Man habe niemanden zum Sex gezwungen", erklärte Lars Engstrand, Anwalt von Corriveau, im "Berliner Kurier" (Montagausgabe). Auch Johann Eriksson, Rechtsbeistand von Bergen, betonte, dass sein Klient "unschuldig" sei.

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