Haftstrafe droht
Ex-Imclone-Chef räumt Insidergeschäfte ein

Der angeklagte Chef des US-Biotechnologie- Unternehmens Imclone Systems Inc., Samuel D. Waksal, hat Insidergeschäfte eingeräumt. Er bekannte sich am Dienstag vor Gericht in New York wegen Wertpapierbetrugs, Meineids und Justizbehinderung schuldig.

HB NEW YORK. "Der Medienrummel hat einen Schatten auf Imclone geworfen", sagte Waksal anschließend vor dem Gerichtsgebäude. Mit seinem Schuldeingeständnis wolle er dafür sorgen, dass das Unternehmen sich wieder in Ruhe auf die Entwicklung des Krebsmittels Erbitux konzentrieren kann. Waksal ist der mächtigste Unternehmer, der in der Serie von Betrugsskandalen bislang Schuld eingeräumt hat.

Waksal war im Mai bei Imclone ausgeschieden. Er soll seinen Vater und seine Tochter veranlasst haben, Imclone-Aktien im Wert von mehr als 10 Mill. $ (10,2 Mill. Euro) zu verkaufen. Imclone hatte zuvor inoffiziell erfahren, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA den Antrag auf Zulassung von Erbitux zurückstellen wollte. Die Behörde bemängelte die Testreihen des Unternehmens. Imclone teilte dies zwei Tage später mit. Die Aktien stürzten um mehr als 80 %. In Verdacht geriet auch die bekannte Lifestyle-Unternehmerin Martha Stewart, eine Freundin von Waksal. Sie hatte ebenfalls kurz vor der Bekanntmachung Imclone-Aktien verkauft.

Waksal soll auch versucht haben, vorher eigene Imclone-Aktien zu verkaufen. Er wird zudem beschuldigt, die Wertpapier- und Börsenkommission SEC angelogen und Dokumente zerstört zu haben, um die SEC-Untersuchung zu behindern. Er soll auch eine Unterschrift gefälscht haben, um eine Bank zu betrügen, die ihm Millionen-Dollar- Kredite gegeben hatte.

Waksal habe sich nicht im Gegenzug für die Zusicherung von Straferleichterungen schuldig bekannt, berichteten US-Medien unter Berufung auf seinen Anwalt. Vielmehr wollte er seinen Vater und seine Tochter vor einer Anklage bewahren. Die Staatsanwaltschaft hatte für ihn sieben bis zehn Jahre Haft in Erwägung gezogen. Waksal hoffe, das Urteil durch sein Schuldbekenntnis auf höchstens fünf Jahre Gefängnis zu drücken.

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