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Hagel schlechter Meldungen

Heute scheint überhaupt nichts zu stimmen. Gute Nachrichten, die die Börse beflügeln könnten, sind mit der Lupe zu suchen. Negative Kommentare prasseln hingegen nur so auf das New Yorker Parkett nieder. Schon vor Börsenöffnung wurden Technologiewerte durch Gewinn- und Umsatzwarnungen sowie negative Berichte von Investmenthäusern belastet.

Die Anleger halten sich zur Wochenmitte mit Käufen zurück. Nicht zuletzt warten die Investoren auf die Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden und weiteren Aufschluss über die derzeitige wirtschaftliche Verfassung der USA Auskunft geben. Der Verkaufsdruck ist allerdings immens. Vor allem die Nasdaq steht seit Handelsbeginn kräftig unter Druck. Die Meldung des Tages kommt von Sun Microsystems. Nachdem der Serverhersteller gestern Abend seine Umsatz- und Gewinnprognosen deutlich gesenkt hat, verliert die Aktie über zehn Prozent und gehört zu den Schlusslichtern an der Nasdaq. Altera hat einen Großauftrag von Nortel Networks an Land gezogen und gehört in den kommenden fünf Jahren zu den größten Zulieferern von Nortel. Die Anleger schert das überhaupt nicht, das Papier büßt deutlich ein. Das Brokerhaus Morgan Stanley Dean Witter hat heute Halbleiter-Aktien unter die kalte Dusche gestellt. Zahlreiche Werte wurden abgestuft oder aber das Kursziel wurde gesenkt. Am Mittwoch machen sich somit wieder Sorgen breit, dass die Unternehmen im laufenden zweiten Quartal möglicherweise noch dürftigere Gewinne einfahren werden als dies im ersten Vierteljahr der Fall war. Nicht nur die gesenkten Geschäftsziele von Sun Micro geben Grund zur Sorge. Insgesamt stehen die Zeichen im Technologiebereich noch auf Sturm. Es gibt nur wenig Anzeichen, dass die IT-Nachfrage zunimmt und die Unternehmen die Kostenbremse langsam wieder lockern. An der New York Stock Exchange geht es auch bergab, wenn auch mit vermindertem Tempo. Zumindest im Ölsektor gibt es einen Stimmungsmacher. Exxon Mobil wird einen Aktiensplitt im Verhältnis 2 für 1 durchführen. Damit wird das Papier wenigstens optisch billiger und somit auch für Kleinanleger attraktiver. Aktionäre werden zudem mit einer höheren Dividende für ihr Investment belohnt. Exxon Mobil hatte vor Kurzem mit gut fünf Milliarden Dollar den höchsten Quartalsgewinn ausgewiesen, den ein US-Unternehmen jemals erwirtschaftet hat. Unterdessen hat eine Umfrage von "Investors Intelligence" ergeben, dass der Pessimismus in der Finanzwelt schwindet. Zum fünften Mal innerhalb der vergangenen sechs Wochen hat der Anteil der Pessimisten unter Börsenexperten abgenommen. Kein besonders gutes Zeichen für einen nachhaltigen Aufschwung: Denn je größer der Anteil der Pessimisten bei den Investoren, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann der Tiefpunkt für die Börsen gekommen ist. Pessimisten sind eher weniger im Markt investiert und haben noch Kapital, dass sie einsetzen können.

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