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Haiders FPÖ macht seine Schwester zur Vorsitzenden

Wien (dpa) - Die rechtspopulistische Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) soll künftig von der Schwester ihres früheren, umstrittenen Parteichefs, Jörg Haider, geführt werden. Die 58-jährige Ursula Haubner war im vergangenem Oktober unter massiver Einflussnahme Haiders bereits zur geschäftsführenden Vorsitzenden gemacht worden.

Wien (dpa) - Die rechtspopulistische Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) soll künftig von der Schwester ihres früheren, umstrittenen Parteichefs, Jörg Haider, geführt werden. Die 58-jährige Ursula Haubner war im vergangenem Oktober unter massiver Einflussnahme Haiders bereits zur geschäftsführenden Vorsitzenden gemacht worden.

Sie soll jetzt am 3. Juli auf einem Sonderparteitag offiziell gewählt werden. Die FPÖ ist seit der Wahl von 1999 Juniorpartner der konservativen Volkspartei in der österreichischen Bundesregierung.

Die Nominierung Haubners erfolgte nicht zuletzt auf starken Druck des früheren FPÖ-Vorsitzenden Jörg Haider, der Stunden zuvor auf eine erneute Kandidatur für das Parteiamt verzichtet hatte. Haider selbst ist Landeshauptmann (Ministerpräsident) des Bundeslandes Kärnten. Die FPÖ hatte bei der Europawahl am Sonntag eine verheerende Wahlschlappe erlitten und knapp 75 Prozent ihrer Wählerstimmen eingebüßt. Sie wird künftig nur noch mit einem statt bisher fünf Abgeordneten im Europaparlament sitzen. Die meisten Stimmen verlor die FPÖ an die Partei des wegen seiner Kritik an der Spesenpraxis von EU-Parlamentariern bekannt gewordenen Journalisten Hans-Peter Martin.

Haubner, die dem als farblos geltenden Sozialminister Herbert Haupt nachfolgt, wird nach eigenen Angaben ihren Bruder in ihre künftige politische Mannschaft aufnehmen. Haider, der wegen seiner gelegentlich rechtsradikalen Äußerungen in Europa politisch gemieden wird, hat nach dem FPÖ-Wahldebakel angekündigt, dass sich die FPÖ in der Koalition künftig besser profilieren und auf eine Regierungsumbildung drängen werde. Innerhalb der FPÖ wurde am Dienstag bereits die Sorge geäußert, das Haider jetzt auf eine Sprengung der Koalition hinarbeiten könnte.

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