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Halbe Bundesliga sehnt ersten Sieg herbei

Bei fast der Hälfte der Bundesligisten geht vor dem 3. Spieltag die Angst vor einem völlig verkorksten Saisonstart um. Acht Teams sind noch ohne Sieg. Besonders herbeigesehnt wird ein Erfolgserlebnis beim punktlosen Trio am Tabellenende.

dpa DÜSSELDORF. Bei fast der Hälfte der Bundesligisten geht vor dem 3. Spieltag die Angst vor einem völlig verkorksten Saisonstart um. Acht Teams sind noch ohne Sieg. Besonders herbeigesehnt wird ein Erfolgserlebnis beim punktlosen Trio am Tabellenende.

Der Druck beim Schlusslicht Hamburger SV, dem 1. FC Kaiserslautern und Hannover 96 nimmt zu. Vor allem für den glücklosen Trainer Klaus Toppmöller und seinen HSV, der neben den beiden Auftaktpleiten noch das blamable Aus im DFB-Pokal beim SC Paderborn verkraften musste, wird das Heimspiel gegen den ungeschlagenen Aufsteiger 1. FC Nürnberg zur Nagelprobe.

"Das ist die schwierigste Situation meiner Trainerlaufbahn", gesteht Toppmöller. Ausgerechnet jetzt fehlen ihm gute personelle Alternativen. Vor allem im Angriff. Der beste HSV-Torjäger des Vorjahres, Romeo, fehlt weiter. Benjamin Lauth ist nach langer Verletzung noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte und zudem leicht angeschlagen. Neuzugang Emile Mpenza fehlen brauchbare Zuspiele. Zumindest die gute Bilanz gegen den "Club" macht ein wenig Mut. Die letzten vier Heimspiele gewannen die Hanseaten.

"Patient" Kaiserslautern wähnt sich im Gegensatz zum HSV bereits auf dem Weg der Besserung. Eine Woche nach dem Kantersieg im Pokal käme ein "Dreier" im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart gerade recht. Doch der Tabellen-Zweite fährt mit Selbstvertrauen auf den Betzenberg, auch wenn der schon vier Mal erfolgreiche Cacau eine Gelb-Rot-Sperre absitzt. Kevin Kuranyi will in die Bresche springen. Drei Tore im Länderspiel gegen Österreich und zwei Treffer im Pokal gegen Mayen haben ihn gestärkt. "Ich hoffe, dass ich diese Serie fortsetzen kann." Bei den Pfälzern ist vor allem die Abwehr die Problemzone. Daher fordert der neue FCK-Kapitän Timo Wenzel gegen den Ex-Club: "Hinten muss die Null stehen, vorne der Knoten platzen."

Zwar wartet auch der Tabellen-16. aus Hannover noch auf den ersten Punkt, aber im Vergleich zu Lautern und dem HSV ist die Lage vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund weniger prekär. Zumal die Niedersachsen noch das auf den 15. September verlegte Heimspiel vom 2. Spieltag gegen Bielefeld haben. Ungeachtet dessen will die Elf von Trainer Ewald Lienen die Bilanz in Dortmund aufpolieren. Schon seit 40 Jahren haben die "96er" beim BVB nichts zu bestellen: Am 22. August 1964 gelang Hannover mit 2:0 der bislang einzige Sieg in Dortmund, damals noch im Stadion Rote Erde.

BVB-Trainer Bert van Marwijk baut nach dem 3:2 in Gladbach auf eine weitere Steigerung und mehr Stabilität in der Defensive durch die Rückkehr von Christian Wörns. Der Nationalverteidiger ist bereit: "Aber das muss der Trainer entscheiden." Ein weiterer Rückkehrer steht im Breisgau im Fokus: Der von Banik Ostrau verpflichtete tschechische Stürmer Marek Heinz soll die Torflaute bei Borussia Mönchengladbach beenden und mithelfen, in Freiburg den ersten Sieg einzufahren. Für Heinz ist es nach gescheiterten Missionen beim HSV und Bielefeld der dritte Anlauf in der Bundesliga.

Während Spitzenreiter Werder Bremen gegen den Pokal-geschädigten VfL Wolfsburg die makellose Startbilanz (zwei Siege, 5:0 Tore) ausbauen will, kämpfen die beiden anderen deutschen Champions- League-Starter und Tabellen-Nachbarn Bayer Leverkusen und Bayern München bereits um den Anschluss an den Titelverteidiger. Vor dem Spitzenspiel in der ausverkauften Bayarena verdrängten Spekulationen um einen möglichen Seitenwechsel von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger das Sportliche aus den Schlagzeilen.

"Wenn ein solcher Spieler auf dem Markt wäre, müssten wir sehen, ob es finanziell machbar ist. Sicher wäre Schweinsteiger eine Qualitätsverbesserung für uns. Aber die Bayern müssten zunächst erklären, ob sie ein- oder zwei Jahre auf ihn verzichten wollen", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser am Freitag der dpa und bestätigte damit "lose Gedankenspiele". Drei Stunden vor der Partie werde man sich wie üblich mit den Bayern-Verantwortlichen zum Essen zusammensetzen und ein mögliches Leihgeschäft ausloten.

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