Halbjahr
Verluste bei der Tochter belasten Reisekonzern Kuoni

Das Unternehmen kämpft mit schrumpfenden Gewinnen. Im US-Markt wirkte sich der Ausfall von Concorde-Flügen negativ aus.

Reuters ZÜRICH. Der Gewinn beim Schweizer Reisekonzern Kuoni ist wegen hoher Verluste bei der skandinavischen Tochtergesellschaft Apollo im ersten Halbjahr 2001 um 27 Mill. sfr auf 2,9 Mill. sfr geschrumpft. Wie das Unternehmen am Mittwoch weiter mitteilte, stieg der Umsatz um 13 % auf 1,972 Mrd. sfr. Beim Betriebsgewinn (EBITA) wies Kuoni jedoch einen Verlust von 2,5 (Vorjahresgewinn 40,5) Mill. sfr aus. Für das Gesamtjahr erwartet Kuoni ein Ergebnis unter Vorjahresniveau. Der Umsatz werde knapp unter 4,5 Mrd. (Vorjahr 4,1) zu liegen kommen und der EBITA dürfte nur ein Drittel des Vorjahresnivaus von 175 Mill. sfr erreichen, hiess es weiter.

Das Unternehmen hatte Mitte Juli vor einem deutlich unter dem Vorjahr liegenden Halbjahrsergebnis gewarnt. Inbesondere die im Januar 2001 vollständig übernommene schwedische Apollo bereitet Kuoni Probleme. Nicht abgesicherte Währungen, eine "unvorsichtige" Vorauszahlungspolitik des früheren Besitzers und Überkapazitäten bei der Chartergesellschaft Novair bescherten dem Konzern einen EBITA-Verlust von 30 Mill. sfr. Kuoni zieht deshalb auch einen Verkauf von Apollo in Erwägung. Das Geschäft in den übrigen europäischen Ländern entwickelte sich den Angaben zufolge erfolgreich.

In den USA gelang es Kuoni nicht, den Ausfall der Concorde- Reisen zu ersetzen. Der EBITA im Geschäftsfeld Grossbritannien/USA sank deshalb trotz der erfolgreichen Entwicklung in Grossbritannien um 20 % auf 41,3 Mill. sfr. Im Gesamtjahr erwartet Kuoni für das Geschäftsfeld einen leicht tieferen EBITA als die im Vorjahr erzielten 107 Mill. sfr.

Obwohl der Umsatz im Heimmarkt Schweiz um fast zehn Prozent auf 445 Mrd. sfr gesteigert werden konnte, erhöhte sich der Verlust auf EBITA-Stufe gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 3,1 Mill. sfr auf ein Minus von 6,7 Mill. sfr, hiess es weiter. Der Grund für die negative Entwicklung ist der Abbruch eines IT-Projekts, der Kosten von 4,9 Mill. sfr verursachte.

Im Konzern stiegen die Kosten wegen der Auseinandersetzungen im Verwaltungsrat um den ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten Daniel Affolter um 2,3 Mill. sfr auf 11,4 Mill. sfr.

Der Konzerngewinn wurde neben den Schwierigkeiten in den einzelnen Geschäftsfeldern auch durch eine um knapp 25 Mill. sfr auf 40,3 Mill. sfr gestiegenen Steuerbelastung gedrückt. Den Löwenanteil daran hatte Konzernangaben zufolge ein geänderte Steuerbelastung in Grossbritannien. Zudem nahmen die Goodwill-Amortisationen wegen der Übernahmen der vergangenen Jahre um fast 50 % auf 28 Mill. sfr zu.

Die Kuoni-Aktien sanken in einem schwächeren Gesamtmarkt 0,22 % auf 447 sfr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%