Halbjahreszahlen
Allianz-Gewinn schrumpft wegen weniger Aktiengeschäften

Der Versicherungskonzern hat sich beim Verkauf von Wertpapieren zurückgehalten und deshalb einen Gewinnrückgang verzeichnet.

Reuters MÜNCHEN. Die Allianz AG hat im ersten Halbjahr 2001 wegen ihrer Zurückhaltung beim Verkauf von Wertpapieren einen Gewinnrückgang um fast acht Prozent verzeichnet und damit ein Ergebnis am unteren Rand der Analystenerwartungen erzielt. Der Gewinn nach Steuern und Anteilen Dritter habe sich in den ersten sechs Monaten auf 1,4 Mrd. Euro von 1,5 Mrd. im Vorjahreszeitraum verringert, teilte Europas größter Versicherer, seit Ende Juli die Muttergesellschaft der Dresdner Bank, am Dienstag mit. Die Bruttobeitragseinnahmen nach IAS-Rechnung stiegen dagegen um 7,9 % auf 31,4 Mrd. Euro. An seinen Ergebnisprognosen für das Gesamtjahr hielt der Versicherer fest.

Die Analysten hatten einen Nettogewinn von 1,2 bis 2,1 Mrd. Euro prognostiziert, und bei den Bruttoprämieneinnahmen im Durchschnitt 31,3 Mrd. Euro erwartet. "Operativ ist das Geschäft besser gelaufen als erwartet", sagte Carsten Zielke von der WestLB Panmure, der die Aktien weiter zum Kauf mit einem Kursziel von 381 Euro empfiehlt. In den ersten Handelsminuten am Dienstag legten die Allianz-Titel 0,8 % auf 323,90 Euro zu.

Die Allianz habe sich angesichts der schwachen Aktienmärkte bei der Realisierung von Kursgewinnen im ersten Halbjahr zurückgehalten, begründete der Münchener Konzern den Gewinnrückgang. Mit einem Minus von 3,6 Mrd. Euro sei das Ergebnis aus Kapitalanlagen im ersten Halbjahr 2001 deutlich niedriger ausgefallen als im Vorjahreszeitraum, sagte ein Allianz-Sprecher. Zudem hatte der Versicherer im ersten Halbjahr 2000 bereits einen Großteil der für das Jahr geplanten Kapitalerträge eingefahren, wodurch der Gewinn um 30 % gestiegen war.

In der Sparte Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Beiträge den Angaben zufolge um 9,7 % auf 22,3 Mrd. Euro. Der Anteil am Konzernumsatz erhöhte sich damit auf knapp 60 %. Vor allem die Rentabilität des Bereiches verbesserte sich. So fiel die Schaden/Kosten-Quote (combined ratio, das Verhältnis von Schadenaufwendungen und Kosten zu den verdienten Nettobeiträgen) auf 102,2 % von 105 %.

In der Lebens- und Krankenversicherung erhöhten sich die gesamten Beitragseinnahmen (inklusive Umsätze aus anlageorientierten Produkten) um 3,4 % auf 15,6 Mrd. Euro. Wegen der volatilen Kapitalmärkte habe sich die Nachfrage nach anlageorientierten Produkten vor allem in Frankreich und Italien verringert, teilte die Allianz mit. Das verwaltete Vermögen lag Ende Juni bei 780 Mrd. Euro, davon Kapitalanlagen für Dritte bei 397,9 Mrd. Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Allianz weiter eine Steigerung der gesamten Beitragseinnahmen um gut fünf Prozent auf etwas über 72 Mrd. Euro und ein Gewinnwachstum ohne die Dresdner Bank von 13 %. Auch inklusive des Kreditinstituts, das im ersten Halbjahr vor Steuern einen Ergebnisrückgang um 12,7 % auf 616 Mill. Euro verzeichnete, bleibe die Prognose eines 15,5-prozentigen Gewinnwachstums bestehen, sagte der Sprecher. In den Halbjahreszahlen der Allianz ist die Dresdner Bank noch nicht enthalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%