Halbjahreszahlen
RWE steigert Gewinn und bekräftigt Prognose

Der Essener Energiekonzern steigerte das Betriebsergebnis um 6,7 % auf 605 Mill. Euro. Entscheident sei vor allem das Wachstum im Bereich Mineralöl und Chemie, so das Unternehmen.

Reuters ESSEN. Der Energiekonzern RWE AG hat sein Betriebsergebnis im ersten Quartal 2000/01 um 6,7 % auf 605 Mill. Euro gesteigert. Getragen wurde das Wachstum vor allem vom Unternehmensbereich Mineralöl und Chemie, teilte RWE am Dienstag in Essen mit. Die gute Entwicklung des Raffineriegeschäfts habe Einbußen in der Energiesparte mehr als ausgeglichen. Der Umsatz kletterte um 25,6 % auf 12,7 Mrd. Euro.

RWE bekräftigte die Prognose, im Gesamtjahr ein mindestens auf Vorjahreshöhe liegendes Ergebnis zu erzielen. Das ausgewiesene Ergebnis liegt etwa im Rahmen der Schätzungen von Analysten, die in einer Reuters-Umfrage im Mittel ein Betriebsergebnis von 599 Mill. Euro erwartet hatten. An der Börse konnten die RWE-Aktien nach Vorlage der Zahlen zulegen. Im Geschäftsfeld Energie hat Deutschlands größter Stromversorger den Angaben zufolge noch unter den Nachwirkungen der Strompreissenkungen aus dem vorigen Jahr zu leiden gehabt.

Das Ausmaß der Belastungen sei aber geringer als in den vergangenen Quartalen, hieß es im Zwischenbericht. Infolge der Liberalisierung des deutschen Strommarktes waren die Preise 1999 um bis zu 40 % zurückgegangen. Als weiterer Grund für ein gedämpftes Energie-Ergebnis wurde die Entkonsolidierung der Laubag genannt. Mit der Trennung von dem ostdeutschen Braunkohleproduzenten erfüllte RWE eine Auflage des Kartellamts im Zuge seiner Fusion mit der VEW AG. Der Gewinn im Energiebereich ging den Angaben zufolge auf 332 von 393 Mill. Euro zurück.

Im Geschäftsfeld Mineralöl und Chemie konnte der Gewinn dagegen auf 192 (Vorjahr 82) Mill. Euro mehr als verdoppelt werden. Als Grund wurden höhere Margen in der Mineralölverarbeitung und der Petrochemie als Folge des kräftig gestiegenen Rohölpreises genannt. Das Nettoergebnis des gesamten Konzerns ging den Angaben zufolge um 5,3 % auf 250 (264) Mill. Euro zurück. Im Vorjahresquartal sei diese Kennziffer unter anderem durch den Gewinn aus dem Verkauf der TV-Kabelgesellschaft TeleColumbus sehr hoch gewesen, hieß es. Zum Ende des ersten Quartals am 30. September beschäftigte RWE weltweit 143 806 Mitarbeiter, 5,5 % weniger als Ende Juni.



Prognose ohne VEW und Thames Water

In der Prognose für das Gesamtjahr 2000/01 seien positive Effekte aus der Einbeziehung von VEW und Thames Water nicht enthalten, heißt es im Geschäftsbericht weiter. Um wieviel sich der Betriebsgewinn dadurch verbessern wird, wurde nicht erläutert. Den britischen Wasserversorger werde RWE voraussichtlich ab Dezember in die Ergebnisrechnung einbeziehen. Belastet werde der Gewinn noch immer von den niedrigen Strompreisen, da viele der zu niedrigen Preisen abgeschlossenen Kundenverträge noch liefen. Positive Impulse sollen wieder aus dem Mineralölgeschäft kommen, wo mit erneut höheren Preisen gerechnet werde. In den Zahlen des am 1. Juli begonnenen ersten Quartals ist die VEW noch nicht berücksichtigt. Beide Unternehmen haben ihre Geschäfte zum 1. Oktober zusammen gelegt. Rechtlich wirksam wird die Fusion der beiden Ruhrgebietskonzerne aber erst mit der Eintragung der RWE (neu) ins Handelsregister. Sie soll unmittelbar nach der letzten ordentlichen Hauptversammlung der RWE (alt) am kommenden Donnerstag vollzogen werden.

Bis zum Mittag zog die RWE-Aktie um 2,72 % auf 47,25 Euro an. Sie gehörte damit zu den herausragenden Gewinnern in einem insgesamt eher verhaltenen Geschäft.

RWE - Intraday-Chart

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