Halbleiter-Spezialisten legen gegen den Trend zu
Wachstumswerte am Neuen Markt geben Auftaktgewinne ab

Der Frankfurter Neuen Markt hat seine Auftaktgewinne zum Wochenschluss nicht verteidigen können und ist bis zum frühen Nachmittag ins Minus gerutscht. Die drohende Zahlungsunfähigkeit der teamwork management information AG sowie die Absage mehrerer Börsengänge trübten die Stimmung, sagten Händler. Zudem belasteten Kursverluste einiger Indexschwergewichte wie Consors und Aixtron, die nach Händleransicht immer noch sehr teuer bewertet sind, den Markt.

Reuters FRANKFURT. "Die guten US-Vorgaben werden derzeit von den Investoren einfach ignoriert", sagte ein Börsianer. Solang kein eindeutiger Trend zu erkennen sei, hielten sich die Anleger zurück.

Der alle Werte des Segments umfassenden Nemax-All-Share-Index lag am frühen Nachmittag 0,25 % im Minus bei 4316,5 Zählern. Der Nemax-50 der wichtigsten Werte des Segments verlor 0,48 % auf 4650 Zähler. Der Nasdaq-Future lag zur selben Zeit mit 33,5 Punkten im Plus und deutet damit auf eine freundliche Eröffnung der US-Technologiebörse hin.

Die drohende Zahlungsunfähigkeit des Software-Spezialisten teamwork management information AG habe zwar die Stimmung am Markt getrübt, jedoch für keine große Überraschung gesorgt, sagten Händler. Nachdem der Internet- und Telekommunikationsanbieter Gigabell vor einigen Wochen ein Insolvenzverfahren betragt habe, sei den Anlegern bewusst geworden, dass es am Neuen Markt nicht nur Gewinner geben könne. Außerdem habe sich die drohende Zahlungsunfähigkeit bei teamwork bereits angekündigt, sagte ein Börsianer und verwies auf den seit Wochen fallenden Aktienkurs. Nachdem das Unternehmen am Donnerstagabend seine Zahlungsunfähigkeit nach einem unter Plan verlaufenden dritten Quartal bekannt gab, wurde die Aktie bei einem Kurs von 3,55 Euro bis auf weiteres vom Handel ausgesetzt. Im März hatte die Aktie noch 59,50 Euro gekostet.

Ohne fundamentale Daten verloren Aixtron (minus drei Prozent auf 154 Euro) und Consors (minus vier Prozent auf 83,70 Euro). Auch T-Online , die nächste Woche ihre Quartalsergebnisse präsentieren wollen, gaben 2,4 % auf 23,90 Euro ab. Die kräftigsten Verluste verbuchte die ADS Systeme AG , die rund 16 % auf neun Euro abgaben.

Gegen den Trend gewannen die Aktien der Halbleiter-Spezialisten Elmos Semiconductor und Dialog Semiconductor . Händler führten den Kursanstieg auf die positiven Zukunftsprognosen des weltgrößten Computerchip-Herstellers Intel zurück. Unterstützung für die Branche komme zudem von einer Studie der vereinigten Handelsgruppe der Halbleiter-Industrie, wonach der weltweite Halbleiterabsatz im laufenden Jahr deutlich steigen werde. Die Elmos-Aktien legten bis zum frühen Nachmittag sieben Prozent auf 42,90 Euro zu, Dialog verteuerten sich um 10,6 % auf 34 Euro. Die stärksten Gewinne von fast 25 % auf 17,40 Euro verzeichneten die Aktien der Realtech AG. Händler führten den Kursanstieg auf eine technische Gegenbewegung zurück, nachdem die Titel am Dienstag mit 12,50 Euro einen neuen Jahrestiefststand erreicht hatten.

Wegen zu schwacher Nachfrage hat die Berliner DICA AG ihren für den 6. November geplanten Börsengang an den Neuen Markt verschoben. Auch die Solution42 AG sagte ihren Börsengang ab. Als Grund führte die konsortialführende WestLB die Übernahme Solutions42 durch ein anderes Unternehmen an.



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