Halbleiter-Zulieferer sieht Trendwende in diesem Jahr
Wacker-Chemie rutscht erstmals seit 50 Jahren in die roten Zahlen

Die künftige Eigentümerstruktur der Wacker-Chemie bleibt weiter ungewiss. Die Verhandlungen des Aventis-Konzerns über den Verkauf seiner Beteiligung von nunmehr 49 % der Anteile an Wacker kommen offensichtlich nicht voran.

mwb MÜNCHEN. "Ich kann dazu nichts sagen, das ist Sache der Gesellschafter", erklärte Wacker-Chef Peter-Alexander Wacker gestern. "Die Verhandlungen laufen noch", erklärte dazu ein Sprecher von Aventis. Das Aventis-Vorgängerunternehmen Hoechst war seit den 20er Jahren bei Wacker mit 50 % beteiligt. In einem ersten Schritt hatte die Familie Wacker im vergangenen Jahr ihre Beteiligung auf 51 % aufgestockt und sollte längst die restlichen Teile übernommen haben. Der Wacker-Vorstandschef betonte, dass der Geschäftsverlauf nicht abhängig von der Gesellschafterzusammensetzung sei".

Der weltweit zweitgrößte Hersteller von Silizium-Scheiben (Wafern) rutschte im vergangenen Jahr vor allem wegen der Krise auf dem Halbleitermarkt erstmals seit 50 Jahren in die roten Zahlen. In seiner größten Sparte brach bei einem Umsatzminus um 11 % auf rund 1,07 Mrd. Euro der Gewinn vor Steuern von 231 Mill. Euro auf 10 Mill. Euro ein. Die drei übrigen Sparten sind Silicone (Dichtungen), Spezialchemie und Keramik.

Der gesamte Konzernumsatz sank um 7,6 % auf 2,8 Mrd. Euro. Nach Steuern lag der Verlust bei 67 Mill. Euro nach einem Gewinn von 257 Mill. Euro im vorangegangenen Rekordjahr.

Wacker wertete es angesichts der schwierigen Konjunktur als Erfolg, dass alle Bereiche operativ keine Verluste gemacht hätten. Das sei nur durch den Gehaltsverzicht der Mitarbeiter und Kurzarbeit gelungen. Nach dem ersten Quartal sieht der Wacker-Chef ähnlich wie der Halbleiter Konzern Infineon die Talsohle durchschritten. Der Umsatz sei zwar um 16 % rückläufig, aber der Konzern habe bereits wieder schwarze Zahlen geschrieben. Für das Gesamtjahr erwartet Wacker ein Umsatzplus von 3 % und die Rückkehr zu schwarzen Zahlen. Die Kurzarbeit werde Ende des Monats aufgehoben.

Quelle: Handelsblatt

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