Halbleiteraktien sorgen für deutliche Verluste an der Nasdaq
US-Börsen schließen im Minus

Kursverluste bei den Halbleiterwerten haben die Technolgiebörse Nasdaq am Donnerstag deutlich in die Minuszone gedrückt. Überraschend starke US-Konjunkturdaten hätten demgegenüber die Blue Chips vor größeren Verlusten bewahrt, sagten Händler.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index schloss 0,21 Prozent tiefer auf 10 106,13 Punkten. In der Spitze hatten die Standardwerte zuvor um rund ein Prozent zugelegt. Der technologielastige Nasdaq-Index bröckelte nach zunächst positivem Start 1,16 Prozent auf 1 731,52 Zähler ab. Der breiter gefasste S&P500-Index verlor 0,28 Prozent auf 1 106,73 Punkte.

Die Halbleiterwerte seien vor allem von der Mitteilung des Branchenverbandes SEMI belastet worden, sagten Händler. Der Verband hatte mitgeteilt, die Umsätze der Hersteller von Teilen für die Chipindustrie seien im vergangenen Jahr um 41 Prozent eingebrochen. Diese Zahl übertraf vorläufige Angaben vom Dezember und bedeutet den bisher deutlichsten Jahresrückgang. Für das laufende Geschäftsjahr 2002 erwarten Analysten einen weiteren Rückgang der Umsätze um 20 bis 25 Prozent. Die Titel des Chipkonzerns Intel büßten rund 4,5 Prozent auf 28,55 Dollar ein.

Auch negative Unternehmensnachrichten hätten die Technologiewerte gedrückt, sagten Börsianer. Die Aktien des Computerherstellers Gateway brachen rund zehn Prozent auf 4,60 Dollar ein. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, die Verluste im ersten Quartal könnten höher als erwartet ausfallen und die Rückkehr in die Gewinnzone könne sich um ein Jahr verschieben.

Die Titel von Genesis Microchip verloren rund 42 Prozent auf 23,49 Dollar. Das Unternehmen habe zwar seine Finanzprognosen bekräftigt, sagten Händler. Die Hoffnung auf eine Verbesserung der Prognosen durch die jüngste Akquisition hätten sich jedoch nicht erfüllt.

Positive Prognosen von Dow-Unternehmen wie United Technologies und die US-Konjunkturdaten hätten dagegen den Dow-Jones-Index vor größeren Verlusten bewahrt, sagten Händler. Die Titel von United Technologies schlossen nach ersten Gewinnen unverändert bei 72,95 Dollar. Der Chef der United-Tochter Pratt & Whitney, Louis Chenevert, hatte sich zuvor optimistisch über eine Erholung im zivilen Luftfahrtgeschäft geäußert.

Im frühen Geschäft hätten die US-Konjunkturdaten für positive Stimmung gesorgt, sagten Händler. Das US-Handelsministerium hatte seine Schätzung für das Wachstum der US-Wirtschaft im Schlussquartal 2001 unerwartet kräftig nach oben revidiert. In Chicago hatte die Vereinigung der Einkaufsmanager einen deutlich über den Prognosen liegenden Anstieg ihres viel beachteten Konjunkturbarometers veröffentlicht. "Der Markt will gute Nachrichten zur Konjunktur hören. Sie wollen hören, dass die Erholung robuster wird, als einige bisher angenommen hatten", sagte Uri Landesmann, Portfolio Manager bei Arlington Capital Management.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,35 Milliarden Aktien den Besitzer, dabei gab es 1 650 Gewinner und 1 448 Verlierer. 223 Papiere schlossen unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,9 Milliarden Aktien 1 631 im Plus, 1 893 im Minus und 306 unverändert.

An den US-Bondmärkten verloren die richtungweisenden zehnjährigen Notes 12/32 auf 99-30/32 Punkte und rentierten mit 4,88 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 28/32 auf 99-6/32 Punkte ab, wobei sich eine Rendite von 5,43 Prozent ergab.

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