Halbleiterbranche sorgt für Schwankungen: Intel stürzt Investoren in tiefe Depression

Halbleiterbranche sorgt für Schwankungen
Intel stürzt Investoren in tiefe Depression

Kaum eine Branche beeinflusst das Geschehen am Deutschen Aktienindex (Dax) derzeit so, wie die Nachrichten über das Wohl und Wehe der Halbleiterbranche. Zog die Meldung, dass der südkoreanische Halbleiter-Produzent Hynix seine Preise um 30 % erhöht, noch in der ersten Woche des Neuen Jahres den gesamten deutschen Aktienmarkt nach oben, so ist seit den am Dienstagabend bekannt gewordenen trüben Nachrichten aus dem Hause Intel wieder tiefe Depression angesagt. Der amerikanische Halbleiter-Primus zog mit seiner Markteinschätzung, keinerlei Anzeichen auf eine Erholung der Konjunktur zu sehen, den gesamten Dax nach unten.

FRANKFURT/M. Das Börsenbarometer fiel damit erstmals seit Mitte Dezember wieder unter die magische Marke von 5 000 Punkten. Er schloss mit einem Minus von 1,54 % bei 4 984,20 Punkten. Zwar hätte nach Börsianer-Meinung das Durchbrechen der 4 900er-Marke noch wesentlich größeren Schaden angerichtet. In der Anleger-Psyche hinterlässt aber auch dieses Minus Spuren.

Unter den gestrigen Vorzeichen litten natürlich besonders die Technologietitel. Die Siemens-Familie mit Mutter Siemens (-4,6 %) und den Töchtern Infineon (-3,3 %) und Epcos (-5,0 %) führte die Verliererliste an. Auffällig ist, dass gerade Siemens in den letzten Handelstagen um mehr als 10 % einbrachen. Morgen nun lädt das in puncto Marktkapitalisierung größte deutsche Unternehmen zur Hauptversammlung. Dort dürfte sicherlich auch die Aktienentwicklung ein Thema sein.

Auf Talfahrt befindet sich auch seit Dienstag die Thyssen-Krupp-Aktie, die gestern 2,8 % verlor. Der Essener Mischkonzern musste mitteilen, dass er sein angestrebtes Ergebnis von 500 Mill. Euro für 2001 wohl verfehlen und es zu Einschnitten bei der Dividende kommen wird. Damit war für die Aktie, die sich nach dem massiven Einbruch nach den Anschlägen vom 11. September erholt hatte, vorerst einmal Schluss mit dem Aufwärtstrend. Im Bereich Stahl ist nach Expertenmeinung nicht sicher, ob sich die geplante Preiserhöhung um 40 Euro auch am Markt durchsetzen lässt. Im stark vom US-Export abhängigen Bereich Automotive könnte wegen der weiter düsteren Prognosen der US-Autobauer zusätzliche Belastungen entstehen, hieß es.

Nur unterdurchschnittliche Einbußen von 0,8 % musste die MAN-Aktie hinnehmen. Sie verlor seit Wochenbeginn bereits über 8 % an Wert. Ob die Börsianer so bereits auf die Zahlen für das abgelaufene Jahre reagierten oder ob es sich nur um eine technische Gegenreaktion auf den starken Kursanstieg handelte, der seit Mitte Dezember wegen Fusions- und Übernahmegerüchten einsetzte, wird sich heute zeigen. Dann will der Münchener LKW-Hersteller über seine jüngste Geschäftsentwicklung berichten.

Auf der Gewinnerseite gab es mit der Lufthansa, Preussag, BASF, RWE und Schering, nur fünf Titel. Den größten Satz mit 3,7 % machten Lufthansa-Aktien, die vor allem von Kauforders aus den USA profitierten. Für Phantasie sorgten auch die im vergangenen Jahr um 11 % gestiegenen Passagierzahlen der Tochter Eurowings, die zu knapp einem Viertel dem Lufthansa-Konzern gehört. Schering profitierte davon, dass eine neue Rezeptur für sein meist verkauftes Mittel Betaferon genehmigt wurde. Das Multiple-Sklerose-Mittel trug im vergangenen Jahr mehr als ein Achtel zum Schering-Umsatz bei. Betaferon muss nun nicht mehr im Kühlschrank gelagert werden.

Leichter präsentierten sich auch die im MDax gelisteten mittelgroßen Werte mit-0,9 %. Einen schweren Einbruch erlebte hier die Cargolifter-Aktie, die wegen akuter Finanzprobleme des Luftschiffherstellers 39,62 % verlor.

Von den Regionalbörsen zeigten sich München, Stuttgart und Berlin freundlich. Leicht im Plus lagen Bremen, Hamburg und Hannover, während die Düsseldorfer Börse leicht im Minus tendierte.

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