Halle 10 ist das Revier der Headhunter
Cebit ist "weltgrößter Stellenmarkt" für IT-Jobs

Auf rund 440  000 schätzt der Bundesverband Bitkom die Zahl der unbesetzten Stellen im Bereich der Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation (TK). Kein Wunder also, dass sich die Cebit zu einer wahren Jobbörse entwickelt hat.

ap HANNOVER. "Wir wollen hier nicht nur einen guten Eindruck hinterlassen, hier geht es konkret um Einstellungen", sagt Jochen Keller. Er ist für das Software-Unternehmen SAP auf der Computermesse Cebit auf der Suche nach Software-Beratern und Marketing-Experten. Im so genannten "Cebit Job Market" jagen die Headhunter von Internetfirmen, Kommunikationsunternehmen und Jobvermittlern.



Auf rund 440 000 schätzt der Bundesverband Bitkom die Zahl der unbesetzten Stellen im Bereich der Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation (TK). Kein Wunder also, dass sich die Cebit zu einer wahren Jobbörse entwickelt hat. Den professionellen Vermittlern von IT-Stellen ist auf den zwei Etagen der Halle zehn kaum zu entgehen, ob "Monster.de" oder "Stepstone", alle sind vertreten. Dabei lassen sich die Vermittler einiges einfallen, um die Aufmerksamkeit auf ihren Stand zu lenken So bietet die Internetseite Jobline beispielsweise den Besuchern asiatische Massage zu Entspannungsmusik.



"Wir suchen vor allem teamfähige, dynamische Leute mit gewisser Affinität zur Technik", beschreibt Berater Armin Spriestersbach von der Firma Accenture die Wünsche des Unternehmens. Soziale Fähigkeiten seien wichtig, "soft skills" nennt er die, und dann spricht er freundlich davon, wie wichtig der "first contact" am Stand sei. "Sehr zufrieden" mit dem Ergebnis des ersten "Cebit Job Market" im vergangenen Jahr sei sein Unternehmen, das damals noch Andersen Consulting hieß, gewesen.



Ansprüche der Bewerber keineswegs niedrig



Bei den Besuchern, die die Stände passieren, sind die Ansprüche keineswegs niedrig. Als Arbeitgeber dürfe es gerne Sun Microsystems sein oder auch IBM, hat eine Umfrage im Auftrag der Zeitschrift "Computerwoche" unter Informatikabsolventen ergeben. Beliebtester Arbeitgeber ist danach Siemens.



"Weil wir ein weltweites Unternehmen sind", erklärt Uwe Rückl, Softwareentwickler bei Siemens und am Stand auf Nachwuchssuche, das Umfrageergebnis. "Außerdem können die jungen Leute mit ihren Berufswünschen zu uns kommen, wir finden für jeden qualifizierten Bewerber einen Einsatzbereich." Gesucht werde fast alles im IT-Bereich, vor allem in den Bereichen Softwareentwicklung, Marketing und Vertrieb.



Nicole Freihof hat noch keinen genauen Berufswunsch, steht aber trotzdem am Siemens-Stand. Sie interessiere sich für den Studiengang Nachrichtentechnik, sagt sie, während sie die Visitenkarte eines Siemens-Beraters einsteckt. Hier informiere sie sich über genaue Studienmöglichkeiten und Stipendien. Bei Arcor sei sie auch schon gewesen.



Aber auch um erfahrene IT-Kräfte kümmern sich die Firmenvertreter an den Ständen gerne. "Die Cebit ist der größte IT-Stellenmarkt der Welt", lobt Dirk van Hahnrath den "Cebit Job Market". "Hierher kommen viele junge Studenten mit Internet-Knowhow", erzählt der Geschäftsführer der Kontaktbörse "Braincapital". Sogar Abwerbungen von Mitarbeitern gebe es unter den Firmen, auch wenn nicht gerne darüber gesprochen werde: "Der Running Gag auf den Cebit-Gängen im vergangenen Jahr war: Wir sehen uns dann gleich in Halle zehn." Man dürfe sich aber vom Arbeitskräftemangel in den Bereichen Kommunikation und Internet nicht blenden lassen: "Die Messlatte für Berufsbewerber liegt sehr hoch."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%