Halliburton darf irakisches Öl vertreiben
Cheneys Ex-Firma bekommt den Zuschlag

Die USA haben ihren Irak-Auftrag an den ehemals von US-Vize-Präsident Dick Cheney geführten US-Ölkonzern Halliburton erweitert und an das Unternehmen nun auch die Förderung und den Vertrieb von irakischem Öl vergeben.

Reuters WASHINGTON. Der Auftrag an Halliburtons Tochter Kellog Brown and Root umfasse inzwischen auch den Betrieb von Ölanlagen und den Verkauf von Ölprodukten, sagte ein Sprecher des US-Militärs am Mittwoch in Washington. Bisher sollte die Firma lediglich brennende Quellen löschen und fällige Reparaturen ausführen. Die Zusammenarbeit der US-Regierung mit Halliburton steht in der Kritik der oppositionellen Demokraten, die vermuten, die engen Beziehungen zwischen Cheney und dem Konzern hätten bei der Auftragsvergabe eine Rolle gespielt. Cheney will bei der Präsidentenwahl im November nächsten Jahres erneut für das Amt des Vizepräsidenten unter George W. Bush kandidieren.

"Wir waren nicht davon ausgegangen, dass die Förderung und der Vertrieb des Öls nötig werden", sagte der Armeesprecher. "Aber die Bedürfnisse des irakischen Volkes machen das nun notwendig und wir müssen die Möglichkeit eines Anschlussvertrages nutzen." Seinen Angaben zufolge sind Benzin und Gas im Land inzwischen knapp. Der Auftrag für die Halliburton-Tochter belaufe sich bisher auf 75 Mill. Dollar. Aktuellen Schätzungen zufolge werde die Auftragssumme insgesamt 600 Mill. Dollar erreichen, deutlich weniger als der Betrag, der vor dem Krieg als oberste Grenze kalkuliert worden sei. "Diese sieben Mrd. Dollar sind eindeutig außer aller Diskussion", sagte der Sprecher.

Das US-Präsidialamt wies jede Stellungnahme zu der Auftragserweiterung für Halliburton zurück: "Das ist keine Sache des Weißen Hauses", sagte Bushs Sprecher. "Das Weiße Haus hat nichts damit zu tun, wer welche Verträge bekommt." Cheney war fünf Jahre lang Chef von Halliburton in Houston im US-Bundesstaat Texas, aus dem auch Bush stammt.

Irak hat nach Saudi-Arabien die größten Ölreserven der Welt. Die USA haben dem Land versprochen, dass es nach dem Sturz von Präsident Saddam Hussein selbst über seinen Rohstoffreichtum verfügen werde.

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