Hamas-Aktivist im Westjordanland beigesetzt
Scharon stellt Ultimatum bei Koalitionsverhandlungen

Der Likud-Block des designierten israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon hat der Partei seines Vorgängers Ehud Barak ein Ultimatum gestellt. Die Arbeitspartei müsse bis Anfang kommender Woche entscheiden, ob sie eine Große Koalition wolle, sagte ein Unterhändler Scharons am Dienstag.

ap JERUSALEM. Unterdessen schworen im Westjordanland radikale Palästinenser Rache für ein am Montag getötetes Mitglied der Hamas-Bewegung. Machmud Madani wurde im Flüchtlingslager Balata bei Nablus beigesetzt.

Wenn die Arbeitspartei die vom Likud-Block gesetzte Frist verstreichen lässt, will Scharon versuchen, eine Koalition rechter Parteien zu bilden, wie der Jerusalemer Bürgermeister Ehud Olmert mitteilte. Man könne nicht endlos warten, bis die Arbeitspartei ihre Probleme gelöst habe. Barak ist in den eigenen Reihen in die Kritik geraten, weil er trotz seiner deutlichen Wahlniederlage vor zwei Wochen erwägt, ein Ministeramt in einer Großen Koalition zu übernehmen.

Scharon muss vor seinem Amtsantritt eine Regierungskoalition bilden, die über eine Mehrheit im Parlament verfügt. Barak bot er den Posten des Verteidigungsministers an, der frühere Regierungschef und Friedensnobelpreisträger Schimon Peres ist für das Außenministerium vorgesehen. Ein Sprecher der Arbeitspartei, Gilad Himan, reagierte auf das Ultimatum mit den Worten, seine Partei sei nicht in Eile. "Der Likud sollte wissen, dass sie uns keinen Gefallen erweisen", sagte Himan. "Wenn sie uns also nicht wollen, sollen sie eine Regierung ohne uns bilden. Mal sehen, wie viele Tage diese besteht."

An der Beerdigung des erschossenen Hamas-Aktivisten nahmen rund 3 000 Trauergäste teil. Sie forderten in Sprechchören Rache für den Tod des 25-Jährigen. Der Trauerzug wurde von acht Jeeps begleitet, in denen palästinensische Sicherheitskräfte saßen. Mitglieder der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat feuerten Schüsse in die Luft. "Wir sagen unserem Märtyrer, dass wir weiter Widerstand leisten werden, bis wir unsere Rechte bekommen und Jerusalem befreien", sagte Dschamal Mansur, ein führendes Mitglied der Hamas in Nablus. Israel müsse wissen, dass jeden Tag neue Kämpfer aus dem Volk hervorgingen.

Nach palästinensischen Angaben wurde Madani von israelischen Soldaten erschossen. Der Gouverneur von Nablus sagte, diese seien in einem Fahrzeug mit palästinensischen Nummernschildern ins Flüchtlingslager Balata eingedrungen und hätten das Feuer auf den 25-Jährigen eröffnet. Andere israelische Soldaten hätte ihnen von einem nahe gelegenen Hügel aus Rückendeckung gegeben. Israel gab zum Tod Madanis keine Stellungnahme ab.



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