Hamas-Aktivist in Nablus getötet
Israel hält an Besetzung palästinensischer Städte fest

Israel hält weiter an seiner Besetzung von palästinensischen Städten im Westjordanland fest. Ein Rückzug sei erst dann möglich, wenn die palästinensische Autonomiebehörde die Verantwortlichen für den Mordanschlag auf den israelischen Tourismusminister Rehawam Seewi ausliefere, erklärte der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon am Montag.

ap/rtr JERUSALEM. In Jerusalem demonstrierten am Abend Zehntausende auf den Straßen und verlangten den Sturz der Autonomiebehörde von Jassir Arafat. In Nablus im Westjordanland wurde nach palästinensischen Angaben der Hamas-Aktivist Ajman Halaweh bei einer Explosion getötet. Zwei weitere Personen seien verletzt worden. Der palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabbo machte Israel für den Tod Halawehs verantwortlich. Die israelischen Streitkräfte lehnten eine Stellungnahme ab. Scharons Büro erklärte, Halaweh habe auf der Liste derjenigen gestanden, deren Festnahme Israel von den Palästinensern gefordert habe. In Bethlehem gingen die Gefechte zwischen israelischen Truppen und Palästinensern auch in der Nacht weiter.

Der israelische Rundfunk erneuert nach eigenen Angaben ein Verbot von Live-Interviews mit militanten Palästinensern. Bildungsministerin Limor Liwnat hatte dem Sender vorgeworfen, bei einer Sendung am Wochenende einem Milizenführer ein Forum "zur Verbreitung seiner Lügen" geboten zu haben.

Die USA erneuerten unterdessen ihren Druck auf Israel. Die Streitkräfte müssten sich umgehend aus den besetzten Gebieten zurückziehen, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums. Washington beklagte weiter die palästinensischen Todesopfer der vergangenen Tage. Zugleich sei Arafat aufgefordert worden, die Verantwortlichen für den Anschlag auf Seewi festzunehmen und entschlossen gegen den Terror vorzugehen, sagte Ministeriumssprecher Philip Reeker.

Die jüngste israelische Offensive ist eine Reaktion auf die Ermordung Seewis am Mittwoch vergangener Woche. Die Vorstöße der vergangenen Tage haben sich inzwischen zur größten Militäraktion gegen die Palästinenser seit 1994 ausgeweitet. Die Palästinenser warfen Israel vor, die palästinensische Autonomiebehörde zerstören zu wollen. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums wies dies am Montag zurück.

Palästinenser fordern von UNO Stopp der israelischen Offensive

Der palästinensische Vertreter bei den Vereinten Nationen (UNO) in New York hat den UNO-Sicherheitsrat aufgefordert, das israelische Vordringen in palästinensische Städte zu stoppen. Der Sicherheitsrat müsse sofort zusammentreten und "einen vollen und sofortigen Rückzug der israelischen Armee aus den in jüngster Zeit besetzten Gebieten sicherstellen", heißt es in einem Schreiben des UNO-Vertreters Nasser el Kidwa. Das Vordringen Israels werde voraussichtlich eine allgemeine Explosion der Gewalt in den besetzten Palästinenser-Gebieten auslösen, inklusive Jerusalem, sagte El Kidwa.

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