Hamas bekennt sich zu Anschlag auf israelischen Militärposten: Vier Israelis starben bei Überfall

Hamas bekennt sich zu Anschlag auf israelischen Militärposten
Vier Israelis starben bei Überfall

Bei einem Überfall auf einen israelischen Militärposten im Süden Israels sind Armeeangaben zufolge vier israelische Soldaten und die beiden palästinensischen Attentäter getötet worden.

rtr JERUSALEM. Ein Armeeoffizier und drei Soldaten seien nahe Kerem Schalom getötet, zwei weitere Soldaten verletzt worden, teilte die Armee am Mittwoch mit. Soldaten hätten die Attentäter erschossen. Kerem Schalom liegt südlich des Gaza-Streifens in Israel. Die militante Hamas bekannte sich zu dem Anschlag. Die Palästinenser-Regierung verurteilte die Tat. Das israelische Kabinett wollte Regierungsangaben zufolge über eine Reaktion beraten.

Die Armee teilte mit, die beiden Männer hätten am frühen Morgen ein Loch in den Zaun geschnitten, der den Gaza-Streifen von dem Dorf Kerem Schalom trenne. Sie hätten das Feuer eröffnet und Granaten auf die Soldaten geworfen, bevor sie erschossen worden seien. Die Armee hielt die Nachricht vom Tod der Soldaten nach eigenen Angaben mehrere Stunden zurück, um zuvor die Angehörigen zu benachrichtigen. Aus israelischen Militärkreisen verlautete, die Attentäter hätten Uniformen der Palästinenser-Polizei getragen. Von palästinensischer Seite wurde dies bestritten.

Die militante palästinensische Untergrundorganisation Hamas bekannte sich zu dem Anschlag. "Es gab einen entschlossenen Angriff auf eine Position nahe dem Flughafen Gaza, bei dem vier feindliche Soldaten getötet wurden", sagte der Chef des Hamas-Politbüros in Beirut. Die Hamas hatte im vergangenen Monat erklärt, die Anschläge innerhalb Israels würden ausgesetzt. Die Palästinenser-Regierung äußerte die Befürchtung, Israel könnte den neuen Anschlag als Entschuldigung nutzen, die militärische Eskalation fortzusetzen. Palästinenser-Präsident Jassir Arafat hatte Mitte Dezember nach einer Serie von Selbstmordanschlägen zu einem Stopp der Angriffe auf Israelis aufgerufen.

Anschlag durchbricht Entspannung der letzten Woche

Die Schießerei dürfte den Bemühungen der USA und der EU um eine Waffenruhe zwischen Palästinensern und Israel einen Rückschlag versetzen. In den vergangenen drei Wochen war die Gewalt zwischen den Konfliktparteien abgeflaut. Kurz vor dem Anschlag hatte Israels Verteidigungsminister Binjamin Ben-Elieser gesagt, die vergangene Woche sei die ruhigste seit Beginn des Palästinenser-Aufstandes im September 2000 gewesen.

Ein israelischer Regierungssprecher sagte, der Mordanschlag auf israelischem Territorium beweise, dass die Palästinenser- Regierung nicht genug getan habe, um die Gewalt zu stoppen. "Es ist offensichtlich, dass unser Kabinett diese sehr ernste Situation beraten wird, und natürlich werden eindeutig reagieren", sagte der Sprecher.

In dem seit September 2000 anhaltenden Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung wurden mindestens 802 Palästinenser und 234 Israelis getötet.

Die Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern hatten sich bereits in der vergangenen Woche verschärft, als Israel im Roten Meer ein Schiff mit Waffen an Bord aufbrachte. Israelischen Angaben zufolge waren die 50 Tonnen Waffen und Sprengstoff an Bord der "Karine A" für den Gaza-Streifen bestimmt. Die israelische Regierung hatte am Dienstag mitgeteilt, Israel werde in den kommenden Tagen Beweise für eine Beteiligung von Palästinenser-Präsident Arafat an der Waffenlieferung vorlegen. Die Palästinenser-Regierung hat eine Beteiligung bestritten und eine interne Untersuchung begonnen.

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