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Hamas-Mitglied stirbt bei Attentat in Damaskus

Bei einem Sprengstoffanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus ist am Sonntag ein Funktionär der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas getötet worden. Hamas-Sprecher Abu Bilal in Damaskus bestätigte den Tod von Isseddin Sobhi el Scheich Chalil (42) aus Gaza.

dpa DAMASKUS. Bei einem Sprengstoffanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus ist am Sonntag ein Funktionär der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas getötet worden. Hamas-Sprecher Abu Bilal in Damaskus bestätigte den Tod von Isseddin Sobhi el Scheich Chalil (42) aus Gaza.

Es war das erste Attentat gegen einen Hamas-Aktivisten in Syrien. Nach Angaben von Augenzeugen explodierte der Sprengsatz im Auto des Funktionärs, als dieser am Vormittag vor seinem Haus den Wagen startete. In einer Erklärung des syrischen Innenministeriums hieß es, drei Passanten seien durch die Explosion verletzt worden.

Israel, das Syrien schon mehrfach wegen seiner angeblichen Unterstützung für "Terrorgruppen" gedroht hatte, wollte sich offiziell nicht zu dem Anschlag äußern. "Wir haben keine Kenntnis von dem Vorfall", sagte ein Sprecher von Ministerpräsident Ariel Scharon. Der Sprecher wollte eine israelische Beteiligung jedoch auch nicht dementieren. Israel und die USA hatten die syrische Führung wiederholt aufgefordert, die Aktivitäten radikaler Palästinensergruppen in Damaskus zu unterbinden. Im Gaza-Streifen hat die israelische Armee bereits zahlreiche Funktionäre der Hamas und des Islamischen Dschihad getötet.

Die Palästinenserführung verurteilte den Anschlag. Ein Berater des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat warnte vor "schwerwiegenden Konsequenzen" für Nahost und einer weiteren Eskalation der Gewalt. Nabil Abu Rudeineh warf Israel vor, den Konflikt "außerhalb der Palästinensergebiete" zu etablieren und damit ein "negatives Signal" zu setzen. Sami Abu Suhri, ein Sprecher der Hamas-Bewegung in Gaza sagte, Israel strebe offenbar eine Internationalisierung des Konflikts mit den Palästinensern an. Scharon habe seine Drohung wahrgemacht, Hamas-Führer im Ausland töten zu lassen. Dies könne man nicht einfach hinnehmen.

Ahmed Hadsch Ali, ein Berater des syrischen Informationsministeriums, bezeichnete das Attentat als "feigen Terrorakt". Dies sei "nicht die erste Warnung" Israels an die Adresse Syriens. Die israelische Regierung wolle, "den Zirkel der Gewalt erweitern und in der Region Probleme und Chaos schaffen, insbesondere durch einen Angriff auf die nationale Souveränität Syriens".

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