Hamburger SV entlässt seinen Trainer Klaus Toppmöller – neuer Coach wird der frühere Profi Thomas Doll
Der Retter ist wieder da

Nur eine Woche fehlte noch, und Klaus Toppmöller wäre wenigstens ein Jahr lang Trainer des HSV gewesen. Aber so lange mochte sich das Vereinspräsidium nicht mehr gedulden. Jetzt soll es Thomas Doll richten. Der hat den Klub schon einmal gerettet.

HAMBURG. Thomas Doll war vorgewarnt. Schon seit Wochen hofierten ihn schließlich Hamburgs Boulevardzeitungen, brachten ihn bei jeder Gelegenheit als bestmöglichen Kandidaten ins Gespräch. Insofern kam der Anruf am späten Samstagabend für Doll keineswegs mehr überraschend. Kurz und bündig unterrichtete HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann den Vereinsangestellten Doll von seiner Beförderung, ab sofort sei Doll für das auf den letzten Tabellenplatz abgestürzte Bundesliga-Team als Cheftrainer zuständig. Sein Vertrag läuft zunächst bis zum 30. Juni 2005, er wird heute der Mannschaft vorgestellt. Der 38-jährige Doll hat bisher die Amateurmannschaft des Vereins betreut und diese in der Regionalliga Nord an die Tabellenspitze geführt. Klaus Toppmöller, Dolls Vorgänger bei den HSV-Profis, wurde in der Nacht nach der 0:2-Blamage im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld seine Beurlaubung mitgeteilt. Sein Vertrag mit dem HSV wäre noch bis Saisonende gelaufen. Auch Assistenztrainer Werner Melzer muss gehen.

Nur eine Woche fehlte noch, und Klaus Toppmöller wäre wenigstens ein Jahr lang Trainer des HSV gewesen. Aber so lange mochte sich das Vereinspräsidium nicht mehr gedulden. Zu viel lief schief. Toppmöller hatte sich immer wieder durch drastische Kritik an einzelnen Spielern oder an der Einkaufspolitik des Vereins Gehör und zugleich Ärger verschafft. Zudem unterliefen dem Trainer beim von ihm propagierten Neuaufbau der Mannschaft Fehler. So wurden zwar mit Fukal, Hoogma, Ujfalusi, Maltritz und Hollerbach fünf gestandene Defensivkräfte abgegeben, aber nur eine vollwertige Kraft für den hinteren Bereich - Daniel van Buyten - hinzugekauft. Toppmöller richtete sein Augenmerk überwiegend auf Offensiv-Verstärkungen. Folge: Der HSV hat inzwischen 17 Gegentore kassiert - die meisten in der Liga.

Von Saisonbeginn an lief es schlecht für den HSV: die mutlosen Auftritte im UI-Cup gegen FC Villarreal, das peinliche Aus im DFB-Pokal beim Regionalligisten SC Paderborn - dazu kommen erst zwei Siege in acht Bundesligaspielen. Und auch diese Erfolgserlebnisse brachten keine Zufriedenheit. "Man muss auch mal sehen, dass wir unsere bisherigen sechs Punkte gegen Hertha und Nürnberg nur sehr glücklich durch Tore in der Schlussphase geholt haben", sagt Martin Pieckenhagen. Der Torhüter sieht da allerdings weniger den Trainer, als vielmehr die Spieler in der Verantwortung: "Was wir jetzt über Wochen hier abliefern, das kann nicht unser Ernst sein. Es gibt bei uns leider nur wenige, die sich im Training den Arsch aufreißen."

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