Hamburger Verfassungsschutzschef sieht aber keine "hierarchische Befehlskette"
Neonanzis werden aggressiver und selbstbewusster

dpa HAMBURG. Neonazis und Skinheads sind nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes in Hamburg in den vergangenen Monaten selbstbewusster und aggressiver geworden. "Politische Gegner werden systematisch und intensiv ausgespäht und eingeschüchtert", sagte der Leiter des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz, Reinhard Wagner. Die Einschüchterungsversuche gipfelten in Morddrohungen - wie jetzt gegen den Chef der Gewerkschaft der Polizei in Hamburg, Konrad Freiberg, oder den IG-Metall- Bevollmächtigen Uwe Zabel aus Elmshorn bei Hamburg im Juli dieses Jahres.

In anderen Fällen würden Namen von Gegnern des Rechtsextremismus beispielsweise im Internet herausgestellt. "Das alles läuft unter , die bereits Anfang der 90er Jahre von dem Hamburger Neonazi Christian Worch ins Leben gerufen und seit etwa einem Jahr von der Neonazi-Szene reaktiviert wurde", sagte Wagner. Nach seinen Angaben hat der Verfassungsschutz in Norddeutschland auch in jüngster Zeit "keine zahlenmäßige Zunahme von Skins und Neonazis registriert, entscheidend ist vielmehr ihre erhöhte Aggressivität".

Das "Nationale und soziale Aktionsbündnis Norddeutschland" mit "Kameradschaften" in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern könnte nach Einschätzung des Verfassungsschutzes 300 bis 400 Leute aktivieren. Das "Büro" des Bündnisses habe seinen Sitz in Hamburg. Hier würden vor allem Aktivitäten koordiniert.

"Eine hierarchische Befehlskette gibt es aber nicht", sagte Wagner. Das gelte auch für die seit Jahren bundesweit bekannten Neonazis Christian Worch und Thomas Wulf, die wiederholt als "Drahtzieher" rechtsextremistischer Aktionen insbesondere in Ostdeutschland genannt werden. "Allerdings verfügen beiden wegen ihrer langjährigen Zugehörigkeit zur Neonazi-Szene dort über ein hohes Ansehen und eine entsprechende Autorität", sagte Hamburgs oberster Verfassungsschützer.

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