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Hamburgische Landesbank verdient im 1. Quartal etwas weniger

Die Hamburgische Landesbank ist nach eigenen Angaben mit einem leichten Bilanzwachstum ins laufende Jahr gestartet, hat zugleich aber etwas weniger verdient.

rtr HAMBURG. Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge habe sich im ersten Quartal gegenüber dem anteiligen Vorjahreswert um zwei Millionen auf 67 Millionen Euro verringert, teilte Vorstandschef Alexander Stuhlmann am Montag in Hamburg mit. Er begründete den Rückgang damit, dass die Landesbank nach dem Scheitern der Pläne für ein gemeinsames Wertpapierhaus der Sparkassen-Finanzgruppe Wertpapieraufträge nun wieder allein abwickeln müsse. Dies habe zu merklich höheren Verwaltungsaufwendungen geführt.

Im November waren die Bemühungen der deutschen Sparkassen gescheitert, das Wertpapiergeschäft von der bereits bestehenden Wertpapier-Service (WPS) Bank abwickeln zu lassen. Der Verwaltungsaufwand der Hamburgischen Landesbank erhöhte sich dadurch den Angaben zufolge im ersten Quartal um 23,4 Prozent auf 79 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge sei gleichzeitig um knapp fünf Prozent auf 100 Millionen Euro zurückgegangen.

Stuhlmann widersprach dem Eindruck, nur durch eine verringerte Risikovorsorge habe der Rückgang beim Betriebsergebnis in Grenzen gehalten werden können. Er sagte, es sei jeder Kredit wertberichtigt worden, bei dem die Aussicht bestanden habe, dass dies auch steuerlich anerkannt werde. Unter dem Strich wies die Landesbank für das erste Quartal ein Betriebsergebnis von 67 Millionen Euro aus, 2,9 Prozent weniger als der anteilige Vorjahreswert. Die Risikovorsorge wurde um gut acht Prozent auf 33 Millionen Euro reduziert.

Ertragsquellen waren erneut Zins- und Provisionsüberschuss, die um sieben beziehungsweise vier Prozent zunahmen. Der Handelsüberschuss blieb mit zwei Millionen Euro gegenüber dem Vergleichswert unverändert. Die Bilanzsumme erhöhte sich um 1,6 Prozent auf 82,0 Milliarden Euro. Um den gleichen Prozentsatz wuchs das Geschäftsvolumen auf 95,6 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr stellte Stuhlmann eine anhaltend positive Geschäftsentwicklung in Aussicht, "wenngleich der Schwung des vergangenen Jahres nicht erreicht werden dürfte". Die Bilanzsumme werde voraussichtlich um fünf Prozent moderat zunehmen, beim Betriebsergebnis sollte das Vorjahresergebnis wieder erreicht werden. Im Jahr 2000 hatte das Institut das Betriebsergebnis vor Risiko um knapp ein Viertel auf 419 Millionen Euro gesteigert. Der Jahresüberschuss hatte um zehn Prozent auf 55 Millionen zugenommen.

Zum Streit mit der Europäischen Kommission um die Haftungsgarantien für die Landesbanken sagte Stuhlmann, zurzeit sei "alles offen". Eine Entscheidung sei noch nicht veröffentlicht worden. Auch in der Frage eines Fortbestandes der staatlichen Garantien sei noch keine eindeutige Regelung in Sicht. Es habe aber zumindest den Anschein, dass man sich aufeinander zubewege, sagte Stuhlmann.

Die Bundesregierung hatte kürzlich mitgeteilt, sie strebe bis Juli eine Lösung in dem Streit an. Nach einem Lösungsmodell soll die so genannte Gewährträgerhaftung abgeschafft und die Anstaltslast modifiziert werden. Dafür sollen der Kreditwirtschaft Übergangszeiten zur Umsetzung eingeräumt werden. Die EU-Kommission betrachtet die staatlichen Garantien für die öffentlichen Banken in Deutschland als wettbewerbsverzerrende Beihilfen.

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