Handball
Keine Revanche

Die "alten Schweden" kamen nicht, die jungen versteckten sich nicht. Nach dem 31:31 der deutschen Handballer gegen den Europameister und vierfachen Weltmeister wollte niemand mehr etwas von einer Revanche wissen.

HB/dpa HANNOVER. "Davon kann überhaupt keine Rede sein. Diese kann es nur bei großen Titelkämpfen geben", sagte der Lemgoer Daniel Stephan. Mannschaftskapitän Frank von Behren (GWD Minden) verwies auf die fehlenden Routiniers bei den Gästen: "Die Mannschaft war doch überhaupt nicht identisch mit dem Finalteam."

Gerade deshalb glaubten die 10 500 Zuschauer am Dienstagabend in der ausverkauften Preussag-Arena in Hannover als auch die Experten an eine klare Angelegenheit der Deutschen. Immerhin liefen die Blau- Gelben ohne neun Europameister auf. Doch die von Oldie Magnus Wislander angetriebenen "Youngster", teilweise aus der 2. Bundesliga, verkauften sich teuer und ließen sich auch durch einen frühen Rückstand nicht beeindrucken. "Als Brand die so genannte B-Formation aufs Feld schickte, unterliefen den Deutschen viele Fehler. Diese eine Chance haben wir genutzt", sagte Schwedens Coach Bengt Johansson.

Bundestrainer Heiner Brand sah daher seine Vorgaben (Sieg und attraktiven Handball) nur halb erfüllt. "In der ersten Halbzeit boten wir schöne Dinge, ein schnelles Positionsspiel und eine schnelle Mitte. Mit einigen Wechsel kam dann ein Bruch ins Spiel. Die Fehlerhäufigkeit im Angriff stieg, die Abwehr stand nicht mehr sicher", analysierte der Coach.

Sicher und spielbestimmend agierte nur das Lemgoer Trio Daniel Stephan, Kreisspieler Christian Schwarzer und Rechtsaußen Florian Kehrmann. Außerhalb jeglicher Kritik war auch der Kieler Nationaltorhüter Henning Fritz, der mit 16 Klassenparaden klar das Duell gegen seinen Vereinskollegen Matthias Andersson für sich entschied.

Der 37-jährige Wislander, der als Abwehr-Organisator Schwerstarbeit zu verrichten hatte, kritisierte den Zeitpunkt des Länderspiels. "Vom Termin her lag das Spiel völlig falsch und ist noch viel zu weit von der WM weg. In Schweden haben wir gerade ein Punktspiel gemacht, in Deutschland auch nur vier", sagte der ehemalige Kieler, der bereits vor dem 82. Prestige-Duell betonte: "Wir brauchen keine Revanche".

Vor den Welttitelkämpfen in Portugal (20. Januar bis 3. Februar) treffen die Brand-Schützlinge im Oktober beim Worldcup erneut auf den Europameister. Dann kommen die "alten Schweden", die sogar noch bis Olympia 2004 in Athen planen, zurück.

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