Handball Olympia
Deutsche Handballerinnen gegen Südkorea chancenlos

Die deutschen Handballerinnen sind bei ihrem zweiten Olympia-Auftritt förmlich untergegangen und haben auf dem Weg zur erhofften Medaille einen gehörigen Dämpfer erhalten. Die Nationalmannschaft war gegen den den zweimaligen Olympiasieger Südkorea ohne Chance.

Die deutschen Handballerinnen sind bei ihrem zweiten Olympia-Auftritt förmlich untergegangen und haben auf dem Weg zur erhofften Medaille einen gehörigen Dämpfer erhalten. Im zweiten Gruppenspiel kam die Mannschaft von Bundestrainer Armin Emrich gegen den zweimaligen Olympiasieger Südkorea mit 20:30 (9:13) unter die Räder und verpasste mit einer ganz schwachen Leistung einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale.

"Es hat gar nichts gepasst. Egal, was wir versucht haben, es ging gar nichts mehr", meinte Kreisläuferin Anja Althaus, nachdem sie als Erste den Weg von der Auswechselbank in die Katakomben des Olympic Sports Center Gymnasiums gefunden hatte. Auch die frühere Welthandballerin Nadine Krause war irgendwie etwas ratlos, gab aber gleich die Richtung vor: "Das Spiel muss schnell abgehakt werden. Wir wissen ja, dass wir es können."

Bundestrainer Armin Emrich mochte eigentlich nur nach vorn blicken. "Jetzt heißt es Flagge zeigen. Wir müssen analysieren, korrigieren und motivieren. Wir haben keine Zeit, darauf rumzureiten", sagte der Pädagoge. Gleich nach dem Spiel, das auf der Ehrentribüne IOC-Präsident Jacques Rogge und Dosb-Chef Thomas Bach verfolgten, nahm er sein Team für eine Minute mit in die Kabine und versuchte, alle wieder aufzurichten.

Gehörige Leistungssteigerung muss her

In den nächsten Partien am Mittwoch gegen Ex-Europameister Ungarn (20.45 Uhr Ortszeit/14.45 Uhr Mesz) sowie den weiteren Gruppenspielen gegen Schweden und Weltmeister Russland haben Grit zwar immer noch alle Chancen, müssen sich aber gehörig steigern. Die jeweils besten vier Teams aus zwei Sechser-Gruppen qualifizieren sich für die Runde der besten Acht.

Wie schon zum Teil im schmerzhaften Kampfspiel gegen Brasilien fand die deutsche Mannschaft auch diesmal im Angriff nie richtig in die Partie. Pässe kamen nicht an, Bälle wurden nicht gefangen, es wurde viel zu hektisch agiert. Schon vor der Partie hatte Armin Emrich vor der ungewohnt offensiven Deckung Südkoreas gewarnt.

Zunächst hatte die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) noch Glück, dass auch Südkorea im Angriff gegen eine ordentliche deutsche Deckung einige Fehler produzierte. Doch als den Deutschen beim Stand von 8:8 von der 18. bis zur 28. Minuten kein einziger Treffer gelang, zog der Weltmeister von 1995 erstmals auf drei Tore davon (8:11). Wendig und schnell setzten sich die Asiatinnen immer wieder gegen die deutsche Deckung durch.

Kein Mittel gegen selbstbewusste Südkoreanerinnen

Durch zahlreiche Wechsel versuchte Emrich, dem Spiel wieder mehr Struktur zu geben, doch gegen die immer sicherer und selbstbewusster agierenden Südkoreanerinnen fand seine Mannschaft einfach kein Mittel. Immer wieder landeten die Bälle in den Händen der koreanischen Deckung, immer wieder nutzten die schnellen Spielerinnen den Ballgewinn zum erfolgreichen Gegenstoß. Beinahe hilflos wirkten die deutschen Angriffsversuche in der zweiten Hälfte. Beste Werferinnen waren Jurack und Anna Loerper mit jeweils vier Toren.

Südkorea spielt bei Olympia fast schon traditionell groß auf: Am ersten Spieltag hatte der Goldgewinner von 1988 und 1992 und Zweite von 1984, 1996 und 2004 überraschend Weltmeister und Favorit Russland ein Unentschieden (29:29) abgetrotzt.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%