Handball Olympia
Handballerinnen mit Auftakterfolg gegen Brasilien

Die deutschen Handball-Frauen sind mit einem Sieg in die Olympischen Spiele gestartet. Zum Auftakt behielten die DHB-Damen gegen Brasilien knapp mit 24:22 die Oberhand.

In einem Spiel bis an die Schmerzgrenze haben die deutschen Handballerinnen ihren Olympia-Auftakt gegen Brasilien überraschend mühevoll mit 24:22 (11:12) gewonnen. Gegen einen teilweise überhart spielenden Gegner verschaffte sich die Mannschaft von Bundestrainer Armin Emrich damit die erhofft gute Ausgangsposition im Rennen um eine Medaille.

"Was in der ersten Halbzeit abging, habe ich selten erlebt. Das war gefährlich", sagte Spielmacherin Maren Baumbach: "Vor dem nächsten Spiel gegen Südkorea müssen wir uns erstmal von den Schlägen erholen, die wir einstecken mussten." Die Dänemark-Legionärin war Mitte der ersten Halbzeit rotwürdig auf den Boden gekracht, als Deonise Cavaleiro sie beim Gegenstoß brutal zu Fall brachte.

Jurack mit Schiedsrichter-Schelte

Grit Jurack, die diesmal nur vier von elf Würfen im Tor unterbrachte, sah sich sogar im falschen Spiel: "Die Schiedsrichter haben zu viel zugelassen. Das ist schließlich kein Männer-Handball."

Nach dem unangenehmen Auftakt, bei dem Nadine Krause mit sechs Toren beste deutsche Werferin war, geht es für den WM-Dritten in Peking im Zwei-Tage-Rhythmus weiter: In der Gruppe B ist Südkorea am Montag der nächste Gegner, es folgen Ungarn, Schweden und zum Vorrundenabschluss am 17. August Weltmeister Russland. Die jeweils besten vier Teams aus zwei Sechser-Gruppen ziehen ins Viertelfinale ein.

Probleme zu Beginn

Am Freitag waren die deutschen Frauen entgegen der ursprünglichen Planung noch ganz begeistert bei der Eröffnungsfeier einmarschiert. Einen Tag später liefen sie dann in ihrem ersten Olympia-Spiel seit 1996 gegen eine knallharte brasilianische Wand. Gleich fünf Brasilianerinnen waren 1,80m oder größer, und die Deutschen fanden zunächst kein durchschlagendes Mittel gegen das Bollwerk. Rekordtorschützin Grit Jurack wurde von der 1,95m großen Aline Santos abgeblockt. Die rustikale Gangart des Panamerika-Meisters ließ die Emrich-Mannschaft nicht richtig ins Spiel finden.

Der Coach versuchte seine Frauen lautstark von der Bank aus zu unterstützen, musste aber im ersten Durchgang hilflos mitansehen, dass es an der spielerischen Linie zunächst weitgehend fehlte. Maren Baumbach, Nina Wörz und Anna Loerper rannten sich auf der Mittelposition abwechselnd in der gegnerischen Abwehr fest oder krachten auf den Boden. Zum Glück für die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) leisteten sich auch die spielerisch unterlegenen Brasilianerinnen im Angriff zu viele leichte Fehler, so dass die Partie im ersten Durchgang völlig offen blieb.

Entschlossene Rückkehr aus der Kabine

Entschlossen und mit einer bärenstarken Clara Woltering für die zuvor ordentliche Sabine Englert im Tor kamen die Deutschen aus der Kabine und erarbeiteten sich gleich zu Beginn der zweiten Hälfte beim 15:12 (37.) erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung.

Bei den Brasilianerinnen schwanden zwischenzeitlich die Kräfte, und so war der Vorsprung 16 Minuten vor dem Ende auf vermeintlich beruhigende acht Treffer (20:12) angewachsen. Unkonzentriertheiten in der Schlussphase ließen den Gegner dann aber noch einmal ins Spiel finden, am Ende rettete Deutschland den knappen Sieg mit Glück über die Zeit.

© SID

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