Handball
Schwarzers doppelte Freude auf Olympia

Seit Sonntagabend freut sich Christian Schwarzer sogar noch einen Tick mehr auf Olympia als ohnehin schon. Denn die Qualifikation der Basketballer für Peking bedeutet für den Handball-Weltmeister auch, dass er sich im Olympischen Dorf das ein oder andere Mal mit seinem Kumpel Dirk Nowitzki zum Kaffeetrinken verabreden kann.

"Vor ein paar Wochen habe ich nicht einmal im Traum daran gedacht, dass ich noch einmal bei Olympischen Spielen dabei bin. Jetzt ist es so und es kribbelt schon. Ich will in Peking eine Medaille", erklärte Schwarzer voller Zuversicht.

Ausarten lassen wird gerade der 38 Jahre alte Erfolgsgarant die Treffs mit NBA-Star Nowitzki sicher nicht. Schwarzer weiß zehn Tage vor dem Abflug nach China ganz genau um seine Aufgaben als verlängerter Arm von Bundestrainer Heiner Brand. "Ich soll mit dafür sorgen, dass alle in unserer Mannschaft den Fokus auf den Handball bewahren. Bei 10 000 Sportlern aller Art ist die Gefahr der Ablenkung natürlich da", sagte Schwarzer, der am vergangenen Wochenende gegen Schweden (29:22/25:27) ein gelungenes Comeback nach anderthalbjähriger Nationalmannschafts-Abstinenz gefeiert hatte.

Schwarzers Wort hat im Team enormes Gewicht

Brand setzt große Hoffnungen in seinen Führungsspieler, speziell in dessen Qualitäten als "Teamplayer". "Christian tritt nicht wie ein großer Mann auf, obwohl er das ist." Das Wort des bulligen und abwehrstarken Kreisläufers mit dem überdimensionalen Kämpferherz jedenfalls hat enormes Gewicht im Team des olympischen Mitfavoriten. "Mit seinem ständigen Optimismus bringt er uns nach vorne. In wichtigen Phasen trifft Christian immer die richtige Entscheidung", lobte Torhüter Henning Fritz seinen Vereinskollegen von den Rhein-Neckar Löwen.

Brand brät deshalb gerne eine Extrawurst für seinen "Stand-by"-Spezialisten, der bereits bei der Heim-WM 2007 eingesprungen und nachher als Goldgarant gefeiert worden war. Erst vor einer Woche stieß"Blacky" Schwarzer aus einem Türkei-Urlaub kommend zur DHB-Auswahl und verpasste einen Teil der Vorbereitung.

"In seinem Alter braucht Christian die Lehrgänge nicht mehr. Wichtig ist, dass er sich jetzt wieder einspielt", erklärte Brand die "Lex Schwarzer". Diese wird von der Mannschaft vollauf akzeptiert. "Christian ist zu Recht dabei", meinte Abwehrchef Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), "er ist einfach der beste Kreisläufer der Bundesliga."

"Blacky" hat bei Fans Kultstatus

Bei den Fans besitzt Charakterkopf Schwarzer längst Kultstatus. Bei seinen Einwechslungen während der durchwachsenen Olympia-Tests am Wochenende gegen Schweden wurde der Mann mit der Trikotnummer 41, die er wie sein Freund Nowitzki trägt, frenetisch bejubelt. "Man hat gleich gesehen, welche Vorbildfunktion er hat. "Blacky" hat sehr gute Dinge gemacht", analysierte Brand zufrieden die Länderspiele 311 und 312 des Familienvaters.

Schwarzer lässt allerdings keinen Zweifel daran, dass die Einsätze in Peking endgültig seine letzten im DHB-Trikot sein werden. "Danach ist definitiv Schluss, ein weiteres Comeback wird es nicht geben." Und weil er die olympische Silbermedaille von Athen 2004 toppen will, kreisen die Gedanken schon jetzt nur noch um Olympia. Schwarzer: "Das Viertelfinale wird unser Schlüsselspiel. Danach ist die Goldmedaille die Perspektive." Und sollte der Idealfall eintreten, steht der ersehnten Party mit Nowitzki nichts mehr im Weg.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%