Handel bleibt vorerst ausgesetzt
Ärger bei M-Technologies

Der Aktientausch bei der vorbörslich gehandelten M-Technologies wird rückabgewickelt. Dies teilt das Karlsbader Unternehmen in seinem aktuellen Aktionärsbrief mit.

jop NÜRNBERG/DÜSSELDORF. Doch wann der Telefonhandel mit den Papieren des Anbieters von Produkten für digitales Fernsehen wieder aufgenommen wird, ist laut Joachim Haas von der Valora Effekten Handel noch unklar.

Einige Altaktionäre glauben, dass bei der ursprünglich geplanten Verschmelzung des Unternehmens auf eine neue Holding, kombiniert mit der Aufnahme eines Großinvestors, nicht alles mit rechten Dingen zuging. Die jetzt angekündigte Rückabwicklung dient ihrer Ansicht nach dazu, möglichen Haftungsansprüchen auszuweichen.

Urban Hessling, Fachanwalt für Steuerrecht der Duisburger Kanzlei Neumann und Partner, vertritt einen Aktionär. "Die Rückabwicklung ist nur zu erklären, weil sonst verschiedene Beteiligte voll in die Haftung kämen", sagt Hessling. Seiner Einschätzung nach hat die Treuhändergesellschaft Price Waterhouse Coopers (PWC) mit einem "unsorgfältigen" Prüfungsgutachten leichtfertig ihre Treuepflicht verletzt, so dass er Schadensersatzansprüche nicht ausschließt.

Von Seiten der M-Technologies heißt es, man wolle "klare rechtliche Verhältnisse" schaffen. Das Unternehmen notierte zuvor unter dem Namen Delta Electronic AG vorbörslich beim Telefonhändler Valora Effekten Handel. Angeblich um an die Börse zu wechseln, plante das Unternehmen im Juli 2000 eine Zusammenführung mehrerer Teilgesellschaften zu einer Holding - der Multimedia Technologies. Dazu taufte man Delta Electronic in M-Technologies um (Wertpapierkennnummer 552860). mit der Multimedia Systems und der M-Technologies Sales sollte es die neue Holding ausfüllen.

Doch schon das Tauschverhältnis, welches den Altaktionären für jeden Anteil anderthalb neue Aktien zusichern soll, stößt vielen als unfair auf, so dass nicht alle der Transaktion zustimmen. Wegen der angekündigten Aufnahme eines strategischen Investors wurden in den folgenden Wochen die Aktien auf ein Sonderdepot bei PWC gebucht und vom Handel ausgesetzt - bis heute. Der Investor sei vertraglich gebunden, doch fehle bisher sein Kapital, sagt Klaus-Jürgen Fischer von M-Technologies.

Vier Tochtergesellschaften, die der neuen Holding angegliedert werden sollten, haben mittlerweile Insolvenz angemeldet. "Das war keinesfalls beabsichtigt," sagt Klaus Jürgen Fischer. Absicht vermuten jedoch die Altaktionäre der M-Technologies, und auch bei der Valora vermutet man, dass die Unternehmen "aus Kostengründen insolvent geleitet wurden".

"Die Situation ist nicht gut", sagt Joachim Haas von der Valora, "einerseits hat man verärgerte Altaktionäre, andererseits einen Investor, der nicht zahlt". Zudem könne er einen seriösen Handel in absehbarer Zeit nicht garantieren.

Auf Grund des Tauschverhältnisses habe man einen neuen Kurs von zehn Euro erwartet. "Doch wem kann man diese Papiere mit gutem Gewissen verkaufen?" fragt Haas. Der Handel würde zwar bei zehn Euro beginnen, doch aller Wahrscheinlichkeit nach falle der Kurs, da viele Aktionäre verkaufen wollten. "Das Ergebnis wären Zockereien auf niedrigem Niveau", sagt Haas

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