Handel richtungslos
Europäische Börsen überwiegend behauptet

Die europäischen Börsen haben sich am Dienstag überwiegend gut behauptet präsentiert. Die Vorgaben von der Wall Street hätten zwar vielerorts für einen festen Handelsauftakt gesorgt. Im weiteren Vormittagshandel seien jedoch viele Kursgewinne von Verkäufen aufgezehrt worden, hieß es. Der Handel sei angesichts mangelnder Impulse richtungslos und dünn. Kursverluste erlitten ein weiteres Mal die Technologie- und Telekomwerte, nachdem sich die US-Technologiebörse am Montag von ihren Freitagsverlusten nicht hatte erholen können.

Reuters FRANKFURT. An den US-Märkten hatte der technologielastige Nasdaq Composite Index am Montag um 0,65 % auf 2643,21 Punkte nachgegeben. Der Dow Jones hatte dagegen mit einem Plus von 0,94 % bei 10 965,85 Zählern geschlossen. Der S&P-Future notierte am Mittag unverändert bei 1362 Zählern und deutet damit auf eine unveränderte Eröffnung der Wall Street hin. Der Nasdaq-Future stieg hingegen 21 Punkte auf 2502, was auf einen freundlichen Handelsauftakt der US-Technologiebörse schließen lässt. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz stieg bis gegen 12.30 Uhr um 0,26 % auf 4494 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,16 % auf 4676 Punkte anzog.

Londoner Börse uneinheitlich

An der Londoner Börse haben sich die Aktien uneinheitlich präsentiert. Anfängliche Gewinne, resultierend aus einem festen Schluss an der Wall Street am Montag, seien im Laufe des Vormittags wieder verloren gegangen, sagte ein Händler. Der FTSE notierte am Mittag 0,11 % im Plus bei 6 275,9 Zählern. Gekauft wurden Bankenwerte wie Lloyds und Abbey National. Dagegen verloren die Papiere der Bank of Scotland 2,78 % auf 698 1/2 Pence, nachdem diese angekündigt hatte, Fusionsgespräche mit der Hypothekenbank Abbey National fortzusetzen. British Telecommunications litten nur zeitweise unter einer Herabstufung durch Credit Lyonnais und notierten am Mittag 0,7 % höher.



Züricher Börse freundlich

Die Schweizer Börse hat sich am Dienstag freundlich gezeigt. Händler sagten, nachdem sich die US-Aktien beruhigt hätten, gebe es auch in der Schweiz wieder weniger Hindernisse. Dabei richte sich das Interesse auf alle Sektoren. Der SMI notierte am Mittag 0,47 % höher mit 8 085 Punkten. Im Mittelpunkt standen Swiss Re. Händler verwiesen auf den "Investoren Tag", den die Gesellschaft am Mittwoch abhält. Swiss Re stieg 1,55 % auf 3 808 sfr. Im Aufwind waren auch Roche , die 1,85 % auf 15.43 sfr zulegten. Nestle und Novartis tendierten dagegen gut behauptet. Auch UBS und CS Group bewegten sich wenig. SAirGroup setzten den Höhenflug um 2,8 % auf 247 sfr fort.



Pariser Börse gut behauptet

In Paris präsentierte sich die Börse gut behauptet. Der CAC40 notierte am Mittag 0,1 % im Plus bei 5 826 Zählern. Belastet wurde die Stimmung von Dassault Systems, nachdem das Softwareunternehmen unerwartet geringe Gewinne für das Jahr 2001 in Aussicht gestellt hatte. Die Aktie von Dassault verbilligte sich 3,57 % auf 67,5 Euro. Dagegen wendeten sich die Anleger den Papieren von Biotechnologieunternehmen Genset zu, deren Tests zu einem Medikament gegen Fettleibigkeit eigenen Angaben zufolge positiv ausgefallen waren. Das Papier stieg bis zu seiner Limitierung von 30 %. Das Medienunternehmen M6 profitierte Händlern zufolge von der Anteilserhöhung von Bertelsmann an RTL. Aktien von M6, die zu einem Großteil im Besitz von RTL sind, stiegen 8,77 % auf 39,7 Euro.

Mailand: Börse etwas erholt

Die italienischen Aktienwerte haben am Dienstagmittag etwas fester tendiert, nachdem Verluste der Telecom Italia die Börse am Vortag erheblich belastet hatten. Der Mib30 stieg 0,5 % auf 43 919 Zähler. Erneut standen die Telekomtitel im Mittelpunkt. Nicht gerade enthusiastisch habe der Markt auf die Ankündigung von Telecom Italia reagiert, Sparaktien in stimmberechtigte Aktien umzutauschen und Anteile zurückzukaufen, sagten Händler. Der Titel erholte sich 0,6 % auf 83 Euro. Stark gehandelt wurden auch die Titel von Olivetti , die 4,48 % auf 29,15 Euro stiegen.

Madrid: Gescheiterte Fusion verleiht Auftrieb

An der madrilenischen Börse hat das Scheitern der Fusion von Iberdola und Endesa der Börse nach Angaben von Händlern Aufwind verliehen. Der Ibex gewann 0,6 % auf 9 904,7 Zähler. Die ursprünglich geplante Fusion mit einem Volumen von 13,5 Mrd. Euro sei von Investoren nie gerne gesehen worden, sagte ein Händler. Die Aktien von Iberdrola verteuerten sich 8,63 % auf 15,86 Euro und die Endesa-Papiere zogen 2,92 % auf 19,75 Euro an. Internetunternehmen Terra Lycos erholte sich etwas von seinen Vortagesverlusten von 20 %. Der Wert gewann sechs Prozent auf 15,69 Euro.

Amsterdam: Schwache Technologiewerte

Die niederländischen Aktienwerte haben sich am Dienstagmittag kaum verändert präsentiert. Bevorzugt würden die Standardwerte, nachdem die US-Technologiewerte am Vortag erneut abgegeben hatten, sagten Händler. Der Aex notierte 0,08 % unter seinem Vortagesniveau bei 629 Zählern. Vor der Veröffentlichung der Cisco-Quartalszahlen und des Gesamtjahresergebnisses von Philips Electronics verhielten sich die Anleger zurückhaltend, sagten Händler. Philips Electronics fielen 1,73 % auf 37,59 Euro, Chiphersteller ASMLithography büßten 3,49 % auf 26,25 Euro ein.



Wien: Gewinne bei Telekom Austria

Die österreichischen Aktienwerte haben bei Gewinnen von Austria Tabak (AT) und Telekom Austria freundlich tendiert. Der ATX gewann 0,41 % auf 1 142 Zähler. Spekulationen über den Preis für das Paket der Österreichischen Industrieholding AG trieben Händlern zufolge AT rund 0,18 % höher auf 65,9 Euro. Telekom Austria profitiere von Aussagen des Chefs der Telecom Italia, sein Unternehmen wolle mehr Anteile an TA halten. Die Aktie verteuerte sich 3,27 % auf 6,63 Euro. Erste Bank festigten sich 1,1 % auf 54,55 Euro.



Brüssel: Kaum verändert

In Brüssel stiegen die Aktienwerte am Dienstagvormittag leicht an. Der Bel20 festigte sich 0,57 % auf 3 026 Zähler. Zum zweiten Tag in Folge verzeichneten die Aktien von Groupe Bruxelles Lambert (GBL) kräftige Zuwächse. Nach elf Prozent am Vortag zog der Wert am Dienstagvormittag weitere 8,3 % auf 296,7 Euro an. Hintergrund ist Händlern zufolge der Aktientausch mit Bertelsmann von GBLs RTL-Aktien gegen einen 25-Prozent-Anteil an Bertelsmann. Großer Verlierer waren die Papiere des Einzelhändlers GIB, der seinen Aktionären am Dienstag im Rahmen eines Kapitalsenkungsplans eine Entschädigung von 5,23 Euro je Aktie auszahlte. Der Wert verbilligte sich 10,05 % auf 40,55 Euro.



Stockholm: Bei geringen Umsätzen leichter

Die Stockholmer Börse hat sich bei geringen Umsätzen freundlicher präsentiert. Der OMX zog 0,31 % auf 1 070 Zähler an. OM Gruppen unterstützten das Börsenbarometer mit einem Anstieg von 1,0 skr auf 238 skr. OM Gruppen-Chef Per Larsson hatte einer Zeitung gesagt, dass ein erneuter feindliche Übernahmeversuch der Londoner Stock Exchange nicht mehr in Frage kommen würde. Die Telekomausrüster Nokia und Ericcson verhielten sich indes uneinheitlich. Während Nokia unverändert bei 314 skr notierte, stiegen die Ericsson-Aktien 0,47 % auf 106,5 skr an.

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