Archiv
Handel setzt auf neuartigen SSV - Beginn an diesem Montag

(dpa-AFX) Berlin - Nach fast 100 Jahren staatlicher Regulierung beginnt an diesem Montag in Deutschland erstmals ein freiwillig koordinierter Sommerschlussverkauf (SSV). Gut zwei Drittel der Geschäfte wollen sich laut Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) meist für zwei Wochen an dem SSV unter neuen Vorzeichen beteiligen. Nach monatelanger Konsumflaute hofft die Branche auf Impulse für das Geschäft.

(dpa-AFX) Berlin - Nach fast 100 Jahren staatlicher Regulierung beginnt an diesem Montag in Deutschland erstmals ein freiwillig koordinierter Sommerschlussverkauf (SSV). Gut zwei Drittel der Geschäfte wollen sich laut Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) meist für zwei Wochen an dem SSV unter neuen Vorzeichen beteiligen. Nach monatelanger Konsumflaute hofft die Branche auf Impulse für das Geschäft.

"Wir müssen gewaltig die Ärmel hochkrempeln", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr am Sonntag in Berlin. Noch bestehe eine Chance, nach den enttäuschenden Umsätzen der vergangenen Monate die Prognose von einem leichten Plus von 0,5 Prozent im Gesamtjahr zu erreichen. Dafür müsse aber im Juli das Ergebnis des Vorjahresmonats deutlich übertroffen werden. Anzeichen für eine etwas besser werdende Stimmung gebe es. "Der Sommerschlussverkauf ist ein Erfolgsprojekt, das den Umsätzen einen Schub gibt", sagte Frank Albrecht vom hessischen Einzelhandelsverband.

Rabatte BIS ZU 70 Prozent

Wie in den vergangenen Jahren können Schnäppchenjäger wieder mit Rabatten bis zu 70 Prozent rechnen. Vor allem bei leichter Kleidung, die wegen des durchwachsenen Wetters noch reichlich in den Lagern liegt, sinken die Preise kräftig. Erstmals dürfen im SSV auch Haushaltswaren, Möbel und Elektroartikel reduziert werden.

Im Südwesten hatten sich am Samstag trotz teilweise strömenden Regens Tausende in die Rabattschlacht gestürzt. "Totgesagte leben länger", kommentierte die Geschäftsführerin des Baden- Württembergischen Einzelhandelsverbandes, Sabine Hagmann. Im Berliner Nobelkaufhaus Kadewe wollte man indes nicht bis zum Montag warten und startete bereits am 19. Juli eine dreiwöchige "Sommer-Sales-Aktion".

Schwarze Null IN DER Branche IN 2004

Der Handelsverband BAG, der vor allem Textilgeschäfte und Warenhäuser in Innenstädten vertritt, hält vorerst am Ziel fest, dass die Branche 2004 eine "schwarze Null" beim Umsatz erreichen könne. Wenn das zweite Halbjahr nicht so schlecht laufe wie 2003, sei dies noch zu schaffen, sagte eine Sprecherin. Sorgen macht den Kaufleuten auch die geplante Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. "Harz IV wird allein in Thüringen einen Kaufkraftverlust von 180 Millionen Euro bewirken", sagte der Hauptgeschäftsführer des dortigen Einzelhandelsverbands, Wolfgang Bernhardt.

Nachdem Anfang Juli das neue Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in Kraft trat, ist die Zeit staatlich geregelter Schlussverkäufe im Handel endgültig vorbei. Geschäfte können nun selbst entscheiden, ob und wann es Sonderverkäufe gibt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%