Handel verläuft schleppend: Deutsche Aktienmärkte tendieren schwächer

Handel verläuft schleppend
Deutsche Aktienmärkte tendieren schwächer

Die deutschen Aktienmärkte haben vor dem Wochenende schwächer tendiert, was Händler auf eine verunsicherte Stimmung am Markt und Gewinnmitnahmen zurückführten. Börsianer sagten, jüngst veröffentlichte Unternehmenszahlen hätten wieder etwas Verunsicherung am Markt aufkommen und die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der Konjunktur schwinden lassen.

Reuters FRANKFURT/M. "Die Leute sind verunsichert", sagte Aktienstratege Guiseppe Amato vom Handelshaus Lang & Schwarz. Besonders institutionelle Investoren hielten sich zurück. "Die Seitwärtsbewegung kann noch bis Mitte Februar anhalten", fügte Amato mit Blick auf die dann weitgehend bekannten Geschäftszahlen der großen deutschen und US-Unternehmen hinzu. Ein Händler sagte, es käme außerdem zu den an Freitagen üblichen Gewinnmitnahmen. Im Wochenverlauf tendierten sowohl der Deutsche Aktienindex (Dax) als auch der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 kaum verändert.

Am Freitag notierte der Dax nach einem uneinheitlichen Handelsstart in den USA 0,80 % unter seinem Vortagesschluss bei 5 129 Punkten. Am Neuen Markt gab der Nemax50 0,68 % auf 1 167 Zähler nach. Der MDax tendierte knapp behauptet bei 4 391 Punkten. In den USA zog der Dow-Jones-Index der Standardwerte um 0,65 % an. Der Nasdaq-Composite-Index der Technologiebörse gab dagegen um 0,45 % nach.

Der schwedische Mobilfunkkonzern Ericsson habe den deutschen Technologiewerten keine große Unterstützung gegeben, sagten Händler. Ericsson hatte zuvor mitgeteilt, im abgelaufenen Quartal den Konzernverlust zwar vermindert zu haben, für 2002 allerdings mit einem Umsatzrückgang zu rechnen. In Stockholm büßten Ericsson rund fünf Prozent an Wert ein. Die Dax-Titel Infineon und Epcos verloren daraufhin jeweils fast zwei Prozent. Siemens-Papiere gaben rund ein Prozent nach.

Für Bewegung im Markt sorgte indes die Veröffentlichung der Verkaufsliste der Dresdner Kleinwort Wasserstein für 2002 ("Top Ten Sells"). Diese umfasst nach Angaben der Investmentbank unter anderem den finnischen Handy-Hersteller Nokia sowie den Pharma- und Chemiekonzern Bayer. Die Bayer-Papiere verloren daraufhin 0,85 % auf 37,29 ?.

Die Aktien der Deutschen Post stiegen um 0,53 % auf 15,19 ?. Am Freitag hatte das Bundesfinanzministerium die teilweise Befreiung der Post von der Umsatzsteuer als rechtmäßig bezeichnet. Sie bleibe daher bis zum Ende des Post-Monopols 2007 bestehen.

Im MDax stiegen die Papiere des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Altana um mehr als ein Prozent auf 56,80 ?. Die Aktie profitierte Händlern zufolge von einer bekräftigen Kaufempfehlung der Investmentbank Merrill Lynch und des für Ende Mai geplanten Börsenganges an die New Yorker Börse.

Der am Neuen Markt gelistete US-Software-Anbieter BroadVision hat im vierten Quartal 2001 durch höhere Lizenzerlöse einen geringeren Verlust verzeichnet als von Analysten erwartet, die Umsatzprognosen hingegen verfehlt. Außerdem stufte die West LB BroadVision am Freitag auf "Underperform" von "Neutral" zurück. Im Xetra-Handel verloren BroadVision-Anteile 6,63 % auf 3,10 ?.

Die Deutsche Börse will indes die Handelszeiten für ihre Börsensegmente nicht verkürzen, jedoch die Schlussauktionen für die Indexfeststellung auf 17.30 Uhr von derzeit 20.00 Uhr vorverlegen. Bankenvertreter, Makler und Händler äußerten sich verhalten bis ablehnend zu den Plänen. "Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes", sagte Aktienstratege Amato.

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