Handel von Nervosität vor US-Zinsentscheid geprägt
Dax profitiert zunächst von US-Kursen

Vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank hat der Deutsche Aktienindex am Dienstag in einem von großer Nervosität geprägten Handel fester geschlossen.

Reuters FRANKFURT. "Die Leute sind sehr vorsichtig und halten doch lieber die Füße still", sagte der Analyst Alfred Kaiser vom Bankhaus Nols. Die am Nachmittag veröffentlichte Konjunkturprognose des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) blieb zwar ohne Einfluss auf die Aktien, sorgte jedoch bei den Renten für starke Kursbewegungen. Nach der Vorlage von Geschäftszahlen legten die Aktien von MAN gegen den Trend kräftig zu.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Dienstag ein Prozent höher bei 3 683,21 Zählern, nachdem er zuvor mehrfach um den Vortagesschluss gependelt war. Am Neuen Markt verlor derweil der Auswahlindex Nemax 50 0,5 % auf 485,18 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 0,4 % im Minus bei 3 374,33 Stellen.

Schwache Konjunkturprognose beflügelt Renten

Mit Blick auf den geringen Einfluss der ZEW-Prognose auf die Aktien sagte der Analyst Giuseppe Amato vom Handelshaus Lang & Schwarz, es handele sich um einen untergeordneten Indikator. Außerdem konzentriere sich heute alles auf die US-Notenbank. "Die ZEW-Kunjunkturprognose ist ein weiteres Mosaiksteinchen in einem insgesamt negativen Wirtschaftsszenario", fügte er hinzu.

Am Anleihemarkt zogen der Bund-Future und die zehnjährige Bundesanleihe parallel zu den US-Treasuries an. Die Rendite der zehnjährigen US-Anleihe fiel zeitweise sogar auf den tiefsten Stand seit vier Jahrzehnten. Der $ blieb dagegen zum Euro fast unverändert.

Dem ZEW zufolge sank der Saldo der Konjunkturerwartungen im August auf 43,4 Punkte, nach 69,1 Zählern im Vormonat. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 62,0 Stellen gerechnet. Das Saldo der Konjunkturerwartungen gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die Wirtschaftsentwicklung auf Sicht von sechs Monaten wieder.

Analyst: Fed-Entschluss in jedem Fall belastend

Nach den Worten des Analysten Kaiser ist die nach dem deutschen Börsenschluss erwartete Entscheidung der Fed in jedem Fall belastend. Eine Zinssenkung würde die Konjunkturflaute verdeutlichen, eine Beibehaltung Stillstand signalisieren und eine Anhebung die Wirtschaft sowieso belasten. Nach Börsenschluss in Deutschland hatte die Fed mitgeteilt, die Leitzinsen unverändert zu lassen. Analysten hatten zuvor mit dem Schritt gerechnet.

Die für den späten Abend geplante Entscheidung der Deutschen Börse über eine mögliche Neuordnung der Zusammensetzung des Dax spielte Börsianern zufolge keine Rolle. Diejenigen, die auf einen Ausschluss von Epcos spekulierten, hätten sich längst entsprechend positioniert. Die Epcos-Aktien stiegen um 4,5 % auf 14,99 Euro.



MAN nach Zahlen im Plus - Gewinnmitnahmen bei MLP

Die Aktien von MAN gewannen 6,3 % auf 19,39 Euro, was Börsianer auf die Vorlage guter Quartalszahlen zurückführten. Außerdem befinde sich das Papier auf einem günstigen Kursniveau.

Unterdessen führten die Papiere von MLP mit einem Minus von 8,3 % auf 15,30 Euro die Verliererliste im Dax an. Händler begründeten dies mit Gewinnmitnahmen. Die Titel von MLP haben ihren Wert seit Monatsbeginn mehr als verdoppelt. Die Titel von Infineon verloren derweil vier Prozent auf 11,60 Euro. Sie wurden Börsianern zufolge von der anhaltend schlechten Konjunktur in der Chipbranche belastet.

BHW und Beiersdorf nach gesenkten Prognosen unter Druck

Im MDax brachen die Aktien von BHW um 11 % auf 10,55 Euro ein, während sich die Titel von Beiersdorf um 7,1 % auf 92,90 Euro verbilligten. Beide Unternehmen hatten zuvor ihre Geschäftsprognosen für das Gesamtjahr gesenkt.

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