Handel wartet auf US-Daten
Euro in ruhigen Bahnen

Der Euro hat sich am Donnerstag in einem umsatzschwachen Vorfeiertagshandel in ruhigen Bahnen präsentiert. Analysten sagten, nach dem EZB-Entscheid vom Mittwoch gegen eine Leitzinssenkung in der Euro-Zone sei nun erst einmal die Luft aus dem Markt. Wichtige noch vor den Osterfeiertagen anstehende US-Konjunkturdaten könnten jedoch wieder Bewegung in den Handel bringen und den Euro belasten, falls sie stärker als erwartet ausfallen sollten. Am Nachmittag werden die US-Einzelhandelsumsätze und der an den Finanzmärkten vielbeachtet Index für das US-Verbrauchervertrauen veröffentlicht.

rtr FRANKFURT. Gegen 12.00 Uhr MESZ notierte der Euro mit 0,8866/70 $ nach 0,8869/74 $ zum US-Handelsschluss am Mittwochabend. Nach der EZB-Entscheidung war die Gemeinschaftswährung kurzzeitig bis auf 88,10 US-Cents abgesackt. Die japanische Währung notierte mit 123,22/32 Yen je $ deutlich fester als noch am Vorabend in New York mit 124,82/90 Yen. Händlern zufolge hatten Spekulationen über eine Stützung des Yen seitens der USA der Währung Auftrieb verliehen. Vertreter der US-Vereinigung des Verarbeitenden Gewerbes hatten zuvor die Stärke des $ kritisiert, da er die Wettbewerbsfähigkeit der US-Unternehmen schwäche.

"Ich glaube, dass die Zinsentscheidung ziemlich unerwartet war und die Märkte enttäuscht hat... das hat das Abwärtsrisiko für den Euro latent erhöht", sagte Armin Mekelburg, Analyst bei der HypoVereinsbank. Er sieht für den Kurs nun kurzfristiges Abwärtspotenzial bis zu der Marke von 87,30 US-Cents. Viele Marktteilnehmer erwarteten nun, die EZB werde auch noch die nächste Ratssitzung abwarten und erst in vier Wochen die Zinsen senken.

Generell bewerteten die Finanzmärkte seit Anfang des Jahres vor allem Zinssenkungen weniger kritisch als zuvor. "Seit die Fed die Zinsen im Januar gesenkt hat, sehen die Märkte Zinssenkungen nicht mehr als negative Verringerung der Zinsspreads an, sondern als Chance, dass es bessere Voraussetzungen für das Wachstum gibt", sagte Mekelburg. In diesem Sinne habe die EZB all diejenigen enttäuscht, die sich von einer Zinssenkung ein Signal zur Unterstützung der Konjunktur erhofft hatten.

Euro könnte in den nächsten Tagen unter Druck geraten

Nach Einschätzung von Dorothea Huttanus, Devisenexpertin bei der DG Bank, beeinflusst jedoch die eigentliche Zinsentscheidung den Euro viel weniger als das an den Märkten wahrgenommene Verhalten der EZB im Vorfeld. "Die Informationspolitik der EZB trägt sicher mehr zur Belastung des Euro bei als die Tatsache, dass die Zinsen auf dem gleichen Niveau geblieben sind", sagte sie. In ihrer Vorbereitung der Märkte auf die Zinsentscheidung seien die Währungshüter nicht immer einen eindeutigen Kurs gefahren.

In den kommenden Tagen könne der Euro zudem durch wichtige US-Daten unter Druck geraten. "Jetzt über die Feiertage sieht es ganz kritisch aus wegen der dünnen Märkte, in die heute noch wichtige US-Daten hineinkomen", sagte sie. Sollten die US-Einzelhandelsumsätze und das Konsumentenvertrauen positiv überraschen, könne dies den Euro noch einmal nach unten ziehen. Auch Huttanus sieht dabei die 0,8730 $ als "eklatant wichtige Marke", an der der Euro in der Vergangenheit schon mehrfach gescheitert sei.

Bei den um 14.30 Uhr MESZ anstehenden Einzelhandelsumsätzen erwarten Analysten im Durchschnitt keine Veränderung zum Vormonat. Darüber hinaus wird gegen 16.00 Uhr MESZ der an den Märkten vielbeachtete Index des US-Verbrauchervertrauens veröffentlicht. Hier rechnen die Experten mit einem Rückgang auf 90,4 Punkte im April von 91,5 Punkten im Vormonat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%