Handel wird auf Xetra weiter geführt
Bombendrohung an der Börse

dpa-afx FRANKFURT. Die Frankfurter Wertpapierbörse ist am Donnerstag Mittag nach einer Bombendrohung geräumt worden. Rund 1.900 Personen mussten die Zentrale der deutschen Börse AG im Stadtteil Hausen und das Gebäude für den Parketthandel in der Frankfurter Innenstadt verlassen. Der von einem anonymen Anrufer als Explosionszeitpunkt angekündigte Termin um 12.00 Uhr war ohne Zwischenfall verstrichen.

Während die rund 1.000 Angestellten der Börsen-Zentrale gegen 12.30 Uhr wieder an ihre Arbeitsplätze durften, blieb das Handelsgebäude in der Innenstadt noch eine weitere Stunde gesperrt. Dort arbeiten rund 900 Personen bei der Börse und der Industrie- und Handelskammer. Die Angestellten mussten im Freien warten, bis die Polizei die Börse durchsucht hatte. Die Feuerwehr war ebenfalls vor Ort. Dabei setzten die Polizisten auch Sprengstoff-Spürhunde ein. Die fanden nach Angaben von Polizeisprecher Manfred Feist keine verdächtigen Gegenstände. Über die Zahl der eingesetzten Beamten sagte er nichts: "Wir geben grundsätzlich keine Stärkemeldungen." Erkenntnisse über den Urheber der Drohung gab es nach Ende der Aktion nicht. Auch über Motive war nichts bekannt. Franz Winkler - ebenfalls Polizeisprecher - sah keinen Zusammenhang mit einer Bombendrohung gegen das griechische Konsulat in der vergangenen Nacht.

"Bleiben denn die Kurse stehen?"

Der Parketthandel wurde nach der Drohung unterbrochen. Nach Auskunft von Börsensprecher Walter Allwicher sind keine Verkaufsaufträge verloren gegangen. Vor dem Gebäude in der Frankfurter Innenstadt, in dem auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) ihren Sitz hat, standen zahlreiche Börsenangestellte. "Bleiben denn die Kurse stehen?", war eine mehrfach von Passanten zu hörende Frage. Dies war jedoch nicht der Fall, da der Handel über Xetra weiter lief. Das elektronische System wickelt über 90% des Geschäftsvolumens ab. "Die betroffenen Händlern gehen jetzt einfach ins Büro und machen die Kiste an," kommentierte ein jüngerer Herr im Bankeroutfit die Situation.

Andere machten sich über den Widersinn des Vorhabens Gedanken. "Hier läuft doch kaum noch was," sagte ein Händler. Eines der Rechenherzen der Börse schlage schließlich in Hausen, zwei zusätzliche in anderen Stadtteilen. Und zumindest in Hausen sei das betroffene Gebäude "ein Hochsicherheitstrakt." Die Deutsche Börse bestätigte, über mehrere Rechenzentren aus Sicherheitsgründen zu verfügen. Über Zahl und Standort schwieg sie sich - aus nachvollziehbaren Gründen - allerdings aus.

Der größte deutsche Handelsplatz für Wertpapiere war bereits mehrmals Ziel von Sprengstoffdrohungen. Geräumt wurde das Haus zuletzt im Juni 1997, als ebenfalls ein unbekannter Anrufer eine Bombenexplosion angekündigt hatte. Nachdem die Polizei das Gebäude damals ergebnislos abgesucht hatte, konnten die Mitarbeiter nach knapp einer Stunde wieder an ihre Arbeitsplätze zurück.

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