Handels- und Fixkosten drücken auf Wertentwicklung
Neue-Märkte-Fonds doppelt belastet

Die Anleger ziehen sich immer stärker aus Neue-Märkte-Fonds zurück. Mit den verringerten Volumina schlagen auch Wertpapier-Handelskosten und Fixkosten überproportional zu Buche.

fer FRANKFURT/M. Die Konsequenz könnten weitere Schließungen in diesem Segment sein. Laut dem Münchner Researchunternehmen Fondsconsult gibt es 45 Fonds in dem Sektor. Doch von denen, die zu mehr als 25 % an Neuen Märkten investieren, kamen Ende Juni nur 17 auf ein Vermögen von über 15 Mill. Euro. Ende März waren es noch 22 gewesen.

"Die Anleger sind zu ängstlich und verprellt, um in diese Fonds zu investieren", sagt Fondsconsult-Analyst Tilo Marotz. Deshalb werde sich an dem Trend nichts ändern. Einige der 17 Fonds bewegten sich bereits auf die kritischen Volumengrenzen von 15 Mill. Euro zu. So kam der Oppenheim Topic New Markets per Ende Juni auf ein Vermögen von 15,3 Mill. Euro. Beim Lupus Alpha Neue Märkte Plus, dem NovaMax Neue Märkte Europa und dem DWS Neuer Markt Deutschland waren es rund 18 Mill, beim SEB Neue Märkte 19 Mill. Euro.

Von der Studie nicht erfasste Produkte liegen deutlich unter dieser Grenze - so kommt der MPC Competence Sicav per Ende Juni auf lediglich 0,99 Mill. Euro. "Sicher lässt sich ein Fonds in dieser Größenordnung nicht profitabel betreiben", sagt Karl Fickel von der Kapitalanlagegesellschaft Lupus Alpha. Fickel managt den Fonds des Hamburger Finanzdienstleisters MPC Capital. Zwar sei er beim Aktienkauf eine Art Großeinkäufer, da er mehrere Fonds in diesem Segment manage. So spare er einiges an Broker-Transaktionsgebühren. Aber die Fixkosten schlügen immer noch viel zu stark auf die Wertentwicklung durch.

Offen über das mögliche Ende des Oppenheim Topic New Markets redet Oppenheim-Sprecher Peter Loll: "Der Fonds steht unter Beobachtung, eigentlich ist er zu klein. Er hat schlechte Karten, zu überleben." Nach dem mit Wirkung zum 31. Mai diesen Jahres eingestellten Oppenheim Neue Märkte hätte die Gesellschaft bei einer Schließung keinen Neue-Markt-Fonds mehr im Angebot. Dies sei ein Grund, den Oppenheim Topic New Markets vorerst weiter zu führen, sagt Loll. "Letztlich wird aber die Wirtschaftlichkeit entscheiden." Wohl fühle sich seine Gesellschaft mit einem Fonds, wenn dieser ein Vermögen von mehr als 50 Mill. Euro habe.

Zwar reichten auch geringe Mittel aus, um die gesetzlichen Forderungen für die Risikostreuung zu erfüllen. Bei dem eingestellten Oppenheim Topic New Markets sei das auf 150 Titel verteilte Volumen von 7,2 Mill. Euro per Ende Dezember vergangenen Jahres aber zu gering gewesen. So habe der Fonds am Ende in Aktien des Internet-Dienstleisters Pixelpark eine Position von 7 200 Euro gehalten. "Da hauen Ihnen die Transaktionskosten die Wertentwicklung in Stücke", sagt Loll. "An einem solchen Punkt ist es besser, sich zu verabschieden."

Quelle: Handelsblatt

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