Handelsblatt Business-Monitor
Stoiber verliert an Zustimmung bei Top-Managern

Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber, unmittelbar nach seiner Nominierung zum Kanzlerkandidaten der Union mit hohen Imagewerten bei den Führungskräften der deutschen Wirtschaft gestartet, hat im April erneut an Zustimmung eingebüßt.

DÜSSELDORF. Dies ergab der Handelsblatt Business-Monitor, die vom Psephos-Institut durchgeführte monatliche Repräsentativ-Befragung unter Top-Managern, im April. Die Durchschnittsnote für seine Leistungen - gemessen auf einer von 1 (=sehr gut) bis 5 (=sehr schlecht) reichenden Skala - verschlechterte sich kontinuierlich von 2,4 im Februar über 2,7 im März auf nun 3,0.

Hatten zwei Monate zuvor noch zusammen 57 Prozent der Entschei-der sein Auftreten als sehr gut oder gut bezeichnet, so sind es derzeit mit 29 Prozent nur noch etwa halb so viele. Vor allem bei jüngeren Managern unter 40 Jahren ist die Unzufriedenheit mit Edmund Stoiber gestiegen.

Auf der anderen Seite ist im April 2002 der zuvor seit Oktober 2001 zu beobachtende starke Negativtrend im Ansehen der Bundesregierung bei den Top-Managern zum Stillstand gekommen. Die Durchschnittsnote für das rot-grüne Kabinett verbessert sich leicht von 3,8 (März) auf 3,7. Das heißt aber: Noch immer sind zwei Drittel (64%; März: 69%) der Manager mit der Bundesregierung (sehr) unzufrieden.

Auf ähnlich ungünstigem Niveau verharrt die Note für Bundeskanzler Gerhard Schröder (unverändert 3,6): 55 Prozent (-2 gegenüber dem Vormonat) beurteilen die Arbeit des Regierungschefs in den letzten Wochen als (sehr) schlecht, nur 8 Prozent (+1) als gut, 37 Prozent (+1) als befriedigend. Etwas Boden gut gemacht hat Finanzminister Hans Eichel, der im März noch mit 3,6 die schlechteste Note seiner Amtszeit verzeichnen musste: Im April kommt er auf 3,4; die unzufriedenen Einschätzungen gingen wieder um zehn Punkte auf 43 Prozent zurück.

Ob Gerhard Schröder auch nach der Bundestagswahl am 22. Sep-tember 2002 noch Bundeskanzler sein oder ob es einen Regierungs-wechsel geben wird, darüber sind im April 2002 die Ansichten der Führungskräfte in der Wirtschaft geteilt: Zusammen 46 Prozent gehen davon aus, dass Schröder wieder eine Mehrheit erlangen werde, sei es als Kanzler einer Koalition mit den Grünen (22%), sei es einer sozialliberalen Koalition (24%). Eben so viele Manager (47%) erwarten hingegen einen Regierungswechsel, also Edmund Stoiber als neuen Bundeskanzler. Nach der Einigung in der CDU/CSU auf Edmund Stoiber als gemeinsamen Kanzlerkandidaten haben sich die Progno-sen der Führungskräfte damit deutlich verändert. Noch ein Jahr zuvor, im April 2001, hatten nur 8 Prozent einen Regierungswechsel und eine Ablösung Schröders für möglich gehalten, und noch im Dezember 2001 war diese Einschätzung erst auf 16 Prozent angestiegen.

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