Handelsblatt Business-Monitor
Top-Manager erwarten Zunahme bei Insolvenzen

Die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft rechnen mit einer anhaltenden Welle von Firmenpleiten in Deutschland. Die große Mehrheit der Entscheider in den Firmen befürchtet, diese Entwicklung werde im Laufe dieses Jahres anhalten (58 %) oder sich gar noch verstärken (32 %).

HB DÜSSELDORF. Dies ergab der Handelsblatt Business-Monitor, die vom Psephos-Institut erhobene repräsentative monatliche Befragung der deutschen Top-Manager, im Mai. Nur 10 % erwarten danach, dass sich die Zahl der Unternehmens-Insolvenzen, die im ersten Quartal dieses Jahres um 15 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zunahm, demnächst wieder abschwächen werde.

Eine noch stärkere Zunahme von Pleiten im Jahresverlauf erwarten insbesondere Entscheider aus kleineren Unternehmen (35 %), sowie aus dem Branchensegment Handel, Verkehr, Nachrichtenübermittlung (37 %) und Teilen des Verarbeitenden Gewerbes (38 %). Ob künftig auch verstärkt Banken und Kreditinstitute von Pleiten bedroht sein werden, darüber gehen die Meinungen der Führungskräfte stark auseinander: 49 % teilen diese Erwartung, etwa eben so viele (47 %) sehen diese Gefahr nicht.

Die im Rahmen der jüngsten spektakulären Insolvenzverfahren, wie beispielsweise beim Bauriesen Holzmann oder dem Medienkonzern Kirch, vielfach geäußerte Kritik am Verhalten der Großbanken wird von zwei Dritteln der deutschen Top-Manager (67 %) geteilt: Die gro-ßen Institute hätten sich in diesen Fällen "eher falsch" verhalten, so ihre Einschätzung. Nur ein Viertel der Führungskräfte (25 %) nimmt die Branchenriesen wie Deutsche Bank, Commerzbank etc. in Schutz und weist ihnen keine oder kaum Mitschuld daran zu, dass solche Großunternehmen den Gang in die Insolvenz antreten mussten.

Unternehmen beklagen schlechtere Zahlungsmoral

Die große Mehrheit der Wirtschaftsführer in Deutschland (86 %) teilt den Eindruck, dass die Kreditvergabe der Hausbanken an Unternehmen in letzter Zeit generell restriktiver gehandhabt wird. Eine Mehrheit der Manager (58 %) beklagt überdies, dass sich im Vergleich zu den letzten Jahren die Zahlungsmoral der Kunden verschlechtert habe. 41 % können demgegenüber eine solche Entwicklung nicht bestätigen. Unter dieser Tendenz einer zunehmend verspäteten Begleichung von Rechnungen leiden kleinere Unternehmen offenbar weit häufiger (62 %) als mittlere (55 %) und erst recht Großkonzerne (33 %). Dabei haben die Manager vor allem gewerbliche Kunden im Visier (46 %), weit eher als Privatkunden oder die öffentliche Hand (je 9 %). Dass bei gewerblichen Kunden die Pünktlichkeit der Rechnungsbegleichung abgenommen habe, stellt insbesondere das Verarbeitende Gewerbe fest (52 % bzw. 54 %).

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