Handelsblatt Business-Monitor
Top-Manager rechnen mit Rezession oder Stagnation

Fast die Hälfte aller deutschen Top-Manager erwarten, dass es in Deutschland auf Grund der internationalen Krisenlage zu einer Rezession kommt. 47 Prozent der Führungskräfte der deutschen Wirtschaft rechnen mit einer solchen Entwicklung, ergab die repräsentative Befragung im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors (Freitagausgabe) im Oktober. Weitere 40 Prozent gehen immerhin davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in Deutschland stagnieren wird.

NEW YORK. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise wird nach Meinung der Entscheider nicht schnell zu überwinden sein. Mehr als die Hälfte der Befragten rechnet mit einer Dauer von bis zu einem Jahr (41%) oder länger (13%). Knapp ein Drittel (31%) der Top-Manager vermuten, man müsse sich auf einen Zeitraum von immerhin bis zu einem halben Jahr einstellen, bis die Krise beendet sein könne.

Während die Sorgen vor einer weltweiten Rezession zunehmen, hellt sich im Oktober 2001 das im Rahmen des Business-Monitors erhobene Standortklima in Deutschland wieder etwas auf, nachdem seit Oktober 2000 ein teilweise kräftiger Abwärtstrend zu beobachten gewe-sen war, der im Juni 2001 seinen Tiefpunkt erreicht hatte. Was die Standortbedingungen für die deutsche Wirtschaft angeht, sind derzeit 37 Prozent der Top-Manager (+6 gegenüber dem Vormonat) optimistisch und erwarten für die nächste Zeit entweder verbesserte (14%) oder gleichbleibend gute (23%) Rahmenbedingungen. Unverändert 40 Prozent befürchten Verschlechterungen, und weitere 24 Prozent (-5) gehen von unverändert ungünstigen Konditionen aus.

Rückläufig ist demgegenüber die Investitionsbereitschaft. 21 Prozent der Unternehmen (-1 gegenüber September) wollen nach Angaben ihrer Führungskräfte ihre Investitionen in den nächsten zwölf Monaten erhöhen, 34 Prozent (+5) jedoch verringern. Der hieraus berechnete Saldo erreicht mit-13 den niedrigsten Wert seit Beginn der Befragungen im Rahmen des Business-Monitors Anfang 1999. Der Rückgang ist bei kleinen und mittleren Unternehmen stärker ausgeprägt als bei den großen Konzernen; erstmals ist nun auch in der Dienstleistungs-branche überwiegende Zurückhaltung festzustellen.

Investitionen werden hinausgeschoben

Dabei haben die aktuellen internationalen Ereignisse bei zusammen knapp einem Drittel (30%) der deutschen Unternehmen (ab 100 Beschäftigten) konkrete Auswirkungen auf das Investitionsverhalten. Während 68 Prozent ihre Pläne unverändert realisieren wollen, haben 21 Prozent vor, die bisherigen Pläne zeitlich hinauszuschieben; weitere 4 Prozent beabsichtigen, das Investitionsvolumen zu reduzieren, und ebenfalls 4 Prozent wollen die Investitionen sowohl zeitlich strecken als auch im Umfang zurückfahren. 1 Prozent schließlich werden entsprechende Planungen sogar ganz aufgeben. Am ehesten unbeeindruckt von der aktuellen Terrorkrise zeigen sich Dienstleister (74% unveränderte Planung) und Teile des Verarbeitenden Gewerbes (72%), am stärksten tangiert scheint sich der Bereich Handel, Ver-kehr, Nachrichtenübermittlung zu fühlen (nur 59% unverändert).

Im Auftrag des Handelsblatts nimmt das Psephos-Institut für Wahlforschung und Sozi-alwissenschaft (Hamburg-Potsdam-Bonn) Befragungen eines repräsentativen Panels von Führungskräften der Wirtschaft in Deutschland vor. Diese werden - mit Ausnahme der Sommerpause - monatlich durchgeführt. Im Rahmen des Business-Monitors im Oktober wurden vom Psephos-Telefonstudio, Hamburg, 805 Führungskräfte in der Zeit vom 1. bis 12. Oktober 2001 mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Auf Grund der Stichprobenanlage ist die Befragung repräsentativ.

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