Handelsblatt Business-Monitor und ZEW-Umfrage kommen zum gleichen Ergebnis
Das Vertrauen in die Euro-Stärke nimmt zu

Das Vertrauen der Wirtschaftsführer und der Finanzanalysten in die Stärke des Euros nimmt zu. 70 Prozent der Top-Manager sehen die europäische Gemeinschaftswährung auch in den kommenden sechs Monaten auf dem derzeit erreichten Niveau um die Parität zum Dollar. Im November, als der Euro zum letzten Höhenflug angesetzt hatte, waren nur 51 Prozent der Meinung. Das geht aus der Befragung des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblatts hervor.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Nur noch 22 Prozent (nach 44 Prozent im November) der Manager glauben, der Euro werde im Laufe des nächsten Halbjahres wieder unter die Parität zur US-Leitwährung abrutschen. Andererseits rechnen aber nur acht Prozent damit, dass er in diesem Zeitraum deutlich über die Parität steigt.

Wachsende Zuversicht in den Euro

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Noch optimistischer sind die Finanzanalysten von Banken, Versicherern und Industrieunternehmen. Nach der jüngsten Umfrage des ZEW-Instituts in Mannheim bei über 300 Analysten rechnen per Saldo rund 18 Prozent der befragten mit einer weiteren Aufwertung des Euro.

Die Aufwertungserwartungen sind dabei bei dem Drittel der Befragten, die nach der EZB-Zinssenkung antworteten, deutlich stärker ausgeprägt als bei denen, die vorher antworteten.

Die etwas größere Zurückhaltung der Unternehmensführer können sich aus ihrer Erfahrung im Sommer speisen. Im Juli war der Euro bei seinem rasanten Anstieg nicht nachhaltig über die Parität hinaus gekommen, und die Wirtschaftsführer hatten schon damals mit ihrer größeren Skepsis gegenüber den Finanzanalysten Recht behalten.

Mit der Senkung der Leitzinsen am 5. Dezember hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Wünschen der Mehrheit der Führungskräfte entsprochen. Ob damit das Ende des Zinssenkungszyklus erreicht ist, wird an den Finanzmärkten noch debattiert. Von den 95 von ZEW befragten Finanzanalysten, die nach der EZB-Zinssenkung antworteten, rechnet knapp ein Drittel mit einer weiteren Zinssenkung. Daraus errechnet das Institut eine Prognose für Dreimonatsgeld in einem Vierteljahr von 2,7 Prozent, bei einem derzeitigen Leitzinsniveau von 2,75 Prozent. Am Geldmarkt wird Dreimonatsgeld im März dagegen derzeit zu 2,77 Prozent und im Juni zu 2,74 Prozent gehandelt.

Die Inflationserwartungen der Finanzanalysten erhöhten sich durch die EZB-Zinssenkung etwas. Während vor der Zinsentscheidung 61,2 Prozent der Befragten mit einer gleichbleibenden und 33 Prozent mit einer sinkenden Inflationsrate rechneten, prognostizierten nach dem Zinsentscheid gut die Hälfte eine unveränderte und 37,5 Prozent eine sinkende Inflationsrate.

Der erwartete Einfluss der Zinssenkung auf die Konjunktur lässt sich ebenfalls aus dem Vergleich der Antworten vor und nach der Zinsentscheidung ablesen. Nach der Zinssenkung lag der Anteil derer, die eine Konjunkturbelebung erwarten per Saldo mit 35,3 Prozent um zehn Prozentpunkte höher als vorher.

Quelle: Handelsblatt

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent
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