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Am Dienstag beginnt die Tour zum dritten Mal

Alexander Winokurow ist überzeugt: Wenn es in die Alpen geht, kommt mächtig Bewegung in das Gesamtklassement. Nach Ansicht des verletzten T-Mobile-Stars kann aber nur noch ein Fahrer Lance Armstrong von seinem historischen sechsten Tour-Erfolg abhalten.

Liebe Radsport-Freunde,

am Ruhetag im wunderschönen Hotel "Manior de la Roseraie" können sich die Rennfahrer gut von den Strapazen der zurückliegenden Tage erholen. Sie mussten zwar am Sonntag nach der Etappe eine zweistündige Busfahrt auf sich nehmen. Die Strapazen haben sich gelohnt. Ich kenne das Hotel mit seinem wunderschönen Park. Wir haben dort mit dem Team Telekom im vorigen Jahr ebenfalls gewohnt.

Der achte Platz am zweiten Ruhetag stellt für Jan Ullrich sicher eine ungewohnte Situation dar. Jan darf trotzdem den Kopf nicht hängen lassen. Aus meiner Sicht strampelt er sich noch auf das Siegerpodest in Paris.

Eine kleine Sensation ist für mich Andreas Klöden. Als er im vorigen Jahr gemeinsam mit Jan und Kai Hundertmark, der jetzt zu den Triathleten wechselte, bei mir hier in Almati war, wirkte Andy recht niedergeschlagen. Es wollte bei ihm einfach nicht richtig rollen. Immer wieder musste er sich verschiedenen Operation an den Knien und der Bandscheibe unterziehen.

Nun scheinen all die Krankheiten überwunden. Andreas kommt richtig in Fahrt. Ich bin sehr gespannt, wie er sich in der dritten Tourwoche schlägt. Wenn er seinen vierten Gesamtrang halten könnte, wäre das ein wunderbares Ergebnis. Ich traue ihm in den Alpen sogar einen Etappensieg zu. Ein solcher Knaller fehlt unserer Mannschaft noch.

Unsere Jungs haben sich an die Spitze bei den Mannschaften gesetzt. Bei einem Rennen wie der Tour de France registriert man ein solches Resultat nur nebenbei. Die große Aufmerksamkeit erregst du in erster Linie mit einem Etappensieg oder einer Fahrweise wie Ivan Basso.

Bjarne Riis vom CSC-Team hat den Italiener offensichtlich richtig für die Tour präpariert. Basso kann wahrscheinlich als einziger Mann im Feld dem Amerikaner Lance Armstrong noch gefährlich werden.

Ich glaube nicht, dass der Franzose Thomas Voeckler das Zeitfahren nach Alp d´Huez im Gelben Trikot übersteht. Trotzdem hat mich Voeckler begeistert. So muss ein Rennfahrer sein. Er hatte den Mut zu einem Ausreißversuch. Keiner im Peloton hat Voeckler dabei ernst genommen. Er eroberte auf der fünften Etappe das Gelbe und verteidigt es seitdem voller Leidenschaft. Ich verstehe, wenn die Franzosen schwärmen: "Voeckler ist unser Größter".

Zehn Etappen in Gelb, ein Traum, den auch ich mir im nächsten Jahr gern erfüllen würde.

Bis bald an dieser Stelle,

Ihr Alexander Winokurow

Alexander Winokurow ist eigentlich der wichtigste Helfer von Jan Ullrich im T-Mobile Team. Doch bei einem Sturz bei der Tour de Suisse zog er sich eine Sprengung des Schultereckgelenks mit dem Riss sämtlicher Bänder, die einen Tour-Start unmöglich machen.

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